RIESENZELLARTERIITIS

Wirksamkeit von Tocilizumab bei Aortitis im Fokus

Bei Aortitis handelt es sich um eine häufige und potenziell schwere Komplikation der Riesenzellarteriitis. Der mit Aortitis assoziierte Phänotyp (RZA-Aortitis) kann größere therapeutische Herausforderungen darstellen als der kranial dominierte Phänotyp. Der Interleukin (IL)-6-Rezeptorinhibitor Tocilizumab ist für die RZA zugelassen, obwohl seine Wirksamkeit bei RZA-Aortitis bisher nicht in randomisierten, kontrollierten Studien spezifisch beurteilt wurde. Dessen Effektivität bei RZA-Aortitis untersuchten jetzt spanische Rheumatologen um Ricardo Blanco, Santander.

In der multizentrischen Beobachtungsstudie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit einer Tocilizumab-Monotherapie im Vergleich zu Tocilizumab in Kombination mit csDMARDs (TCZ-Kombination) bei Patienten mit RZA-Aortitis unter Praxisbedingungen analysiert sowie nach Variablen gefahndet, die mit einer bildgebenden Remission assoziiert sind. Die Endpunkte nach 12 und 24 Monaten umfassten die klinische Remission, die nach EULAR-Kriterien definierte Remission, die bildgebende Remission, den Prednison-sparenden Effekt und die Sicherheit. Mittels multivariater logistischer Regression wurden Faktoren identifiziert, die mit einer bildgebenden Remission nach 24 Monaten assoziiert sind.

Insgesamt erhielten 196 Patienten (75,5 % Frauen) mit RZA-Aortitis Tocilizumab (69,4 vs. 30,6 % als Monotherapie bzw. TCZ-Kombination). Nach 24 Monaten war die bildgebende Remission in der TCZ-Kombinations-Gruppe höher (50,0 vs. 15,8 %; p=0,026). Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede bezüglich einer klinischen oder EULAR-Remission. Die TCZ-Kombination zeigte einen Prednison-sparenden Effekt. Die Rate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (UE) war bei TCZ-Kombination numerisch niedriger (8,7 vs. 13,2 pro 100 Patientenjahre; p=0,21). Die Odds Ratio für eine bildgebende Remission lag unter der TCZ-Kombination bei 5,26 (p=0,046).

Bei Patienten mit RZA-Aortitis könnte die TCZ-Kombinations- wirksamer als die TCZ-Monotherapie sein, um eine bildgebende Remission zu erreichen und GK-Reduktion zu ermöglichen – allerdings ohne klare Hinweise auf eine Verringerung schwerwiegender UE.

Quelle: Semin Arthritis Rheum 2025; 75: 152869