RHEUMATOIDE ARTHRITIS

Was bringt eine frühe, einjährige Methotrexat-Gabe langfristig?

In der TREAT-EARLIER-Studie verringerte eine frühe Intervention mit Methotrexat (MTX) über 12 Monate bei Personen mit klinisch suspekter Arthralgie (CSA) und Risiko für rheumatoide Arthritis (RA) die entzündungsbedingte Krankheitslast, verhinderte nach zwei Jahren jedoch nicht das Auftreten einer RA. Die niederländische Gruppe um Elise van Mulligen, Leiden, untersuchte jetzt Langzeiteffekte von MTX auf das Fortschreiten zur RA bei ACPA-positiven und -negativen Personen mit erhöhtem RA-Risiko.

Die in die randomisierte, placebokontrollierte Studie eingeschlossen 236 Teilnehmer mit CSA und subklinischer Gelenkentzündung wurden 1:1 auf eine i.m. Glukokortikoid (GK)-Injektion (Methylprednisolon 120 mg) gefolgt von 52 Wochen MTX (bis 25 mg/Woche) oder Placebo randomisiert. Die beiden primären Endpunkte dieser 5-Jahresanalyse waren die Krankheitslast (HAQ) und die Entwicklung einer RA (ITT-Analyse). Die Patienten wurden nach ihrem ACPA-Status stratifiziert; in die 5-Jahresanalyse wurden nur Personen mit einem erhöhten prognostizierten Risiko (>10 %) einbezogen.

Nach fünf Jahren wurden 120 Teilnehmer mit erhöhtem RA-Risiko analysiert; davon waren 55 % ACPA-negativ und 45 % ACPA-positiv (im Mittel 48 Jahre, 60 % Frauen). Im Verlauf zeigten ACPA-negative Teilnehmer der MTX- gegenüber der Placebogruppe (n=35 vs. 31) eine anhaltende Verbesserung im HAQ (mittlere Differenz, MD –0,16; p=0,0082); bei ACPA-positiven hingegen blieb der nach 2 Jahren beobachtete Vorteil im HAQ im MTX- gegenüber dem Placeboarm (n=31 vs. 23) nicht bestehen (MD –0,12; p=0,12). 9 % der ACPA-negativen Personen der MTX-Gruppe entwickelten im Verlauf von 5 Jahren eine RA, verglichen mit 32 % in der Placebogruppe (Hazard Ratio, HR 0,24; p=0,018), entsprechend einer NNT von vier. Bei den ACPA-positiven Teilnehmern entwickelten 58 vs. 65 % eine RA (HR 0,75; p=0,41). In der Gesamtkohorte verbesserte sich der HAQ in der MTX- im Vergleich zur Placebogruppe über 5 Jahren dauerhaft (MD –0,06; p=0,048); die Entwicklung einer RA wurde jedoch nicht verhindert (22 vs. 27 %; HR 0,79; p=0,38).

Eine Sekundärprävention mit einmaliger i.m. GK-Injektion und einjähriger MTX-Therapie bewirkte somit bei ACPA-negativen Patienten eine langfristige Verringerung der entzündungsbedingten Krankheitslast und RA-Entwicklung, während bei ACPA-positiven keine anhaltende Besserung zu verzeichnen war.

Quelle: Lancet Rheumatol 2026; 8(8): e638-e649