THERAPIEREFRAKTÄRE AUTOIMMUNERKRANKUNGEN

Vorteilhafte Daten für BiTE-Antikörper Teclistamab

Bei Patienten mit therapierefraktären Autoimmunerkrankungen sind Lösungen auch jenseits der aufwändigen CAR-T-Zelltherapien gefragt. Als vielversprechende Option haben sich bispezifische T-Cell Engager (BiTE)-Antikörper herauskristallisiert, die bereits bei hämatologischen Malignomen zugelassen sind. Erste Erfahrungen liegen zu Blinatumomab (CD19/CD3) und Teclistamab (BCMA/CD3) vor. Zu letzterem stellten deutsche Rheumatologen um Ricardo Grieshaber-Bouyer, Erlangen, eine Fallserie vor.

In den Bericht flossen 10 mit Teclistamab als Rescue-Therapie behandelte Patienten ein, drei mit systemischer Sklerose (SSc), je zwei mit idiopathischer entzündlicher Myositis (IIM) und IgG4-assoziierter Erkrankung (IgG4-RD – sowie je ein Fall mit Sjögren-Erkrankung (SjE), rheumatoider Arthritis (RA) und Graves-Krankheit (GD) – somit waren auch eher T-Zell-getriebene Indikationen vertreten. Teclistamab wurde mit einem Step-up-Dosierungsschema über 5 Tage gegeben mit 1,5 mg/kg am letzten Tag sowie einer finalen Erhaltungsdosis von 1,5 mg/kg zu Woche 4. Zwei Wochen zuvor wurde die Glukokortikoid (GK)-Dosis auf <5 mg/Tag reduziert und alle Immunsuppressiva abgesetzt. Das Follow-up betrug 5-15 Monate. Die globale Krankheitsaktivität (auf einer 100 Punkte-Skala) betrug initial 50-100.

Mit Ausnahme eines IIM-Patienten kam es bei allen anderen zu einer Reduktion um ≥30 Punkte, in vier Fällen um 50 Punkte. Einen Score ≤20 Punkte erreichten vier Patienten. Von den fünf Teilnehmern mit interstitieller Lungenerkrankung kam es bei vier zu einer Verbesserung der Symptome und Lungenfunkton (im 5. Fall zu einer Verschlechterung). Bei dem Patienten mit GD und einem mit IgG4-RD wurden Verbesserungen verzeichnet. Sechs der Teilnehmer waren frei von GK, acht von Immunsuppressiva. Sechs Patienten erreichten eine niedrige Krankheitsaktivität ohne Medikamente. Bei drei anderen kam es zu einem Rezidiv nach median 5 Monaten, zwei sprachen auf einen zweiten Teclistamab-Kurs an. Die mediane Ansprechdauer betrug 10 (4-15) Monate. Es kam in acht Fällen zu einem CRS Grad 1-2, das mit Tocilizumab beherrscht wurde, immer zu erniedrigten Ig-Spiegeln (mit IVIG behandelt) und häufig zu (teils schweren) Infektionen. Weitere Daten bleiben somit abzuwarten. 

Quelle: N Engl J Med 2025; 393(15): 1544-1547