SYSTEMISCHER LUPUS ERYTHEMATODES

Unvollständiger Lupus: HCQ stoppt nicht Progression

Patienten mit Merkmalen des systemischen Lupus, die jedoch nicht die Klassifikationskriterien erfüllen, werden als unvollständiger Lupus (iSLE) bezeichnet und weisen ein hohes Risiko für eine Progression zum SLE auf. Ob die Behandlung des iSLE mit Hydroxychloroquin (HCQ) die Symptome, den Schweregrad und die Inzidenz von SLE verringern kann, wurde von US-amerikanischen Rheumatologen um Nancy J. Olsen, Hershey, in der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten SMILE-Studie über zwei Jahre hinweg untersucht.

Neben der SLE-Inzidenz wurde erfasst, ob durch die frühe Intervention mit HCQ die Rate der Akkumulation von SLE-Merkmalen, definiert durch die SLICC-Kriterien von 2012, reduziert werden kann. Als iSLE wurde ANA-Positivität mit 1-2 zusätzlichen Kriterien definiert. In der Studie wurden letztlich 180 iSLE-Patienten im Alter von 15-49 Jahren (im Mittel 33 Jahre, 91 % Frauen) im Verhältnis 1:1 auf HCQ oder Placebo randomisiert. Klinische Bewertungen erfolgten in 3-monatigen Abständen über 24 Monate. Das frühere Erfüllen der SLICC-Klassifikation erforderte einen Studienausschluss.

Im Ergebnis erfüllten schließlich 24 Patienten (13,3 %) die SLE-Klassifikationskriterien, weitere 24 entwickelten zusätzliche Kriterien, erfüllten jedoch nicht die SLE-Klassifikation. Die Raten der Akkumulation von SLICC-Kriterien und der Progression zu SLE waren in beiden Studienarmen vergleichbar (p=0,72 bzw. p=0,98). Die Entwicklung eines SLE war assoziiert mit neuem Malar-Ausschlag, oralen Ulzera, Gelenkempfindlichkeit oder Pleuritis (p<0,04). Obwohl die SMILE-Studie keine Wirkung von HCQ auf die Progression von iSLE zeigte, liefern die Ergebnisse Einblicke in das SLE-Risiko dieser Population. Es bedarf nun der Identifizierung von Biomarkern, um gezielte Präventionsstrategien zu entwickeln.

Quelle: Arthritis Rheumatol 2025; doi: 10.1002/art.43391