Es wurden 2.819 Patienten identifiziert, die zwischen 2002 und 2022 eine Biologika-Therapie gegen PsO begonnen hatten, darunter TNF-, Interleukin (IL)-17-, IL-23p19-Inhibitoren und IL-12/23-Inhibitoren. Primärer Endpunkt war das Neuauftreten einer PsA. Das Risiko wurde getrennt für die biologische Erstlinien- und Zweitlinientherapie untersucht. Die meisten PsO-Patienten wurden mit TNF-Inhibitoren behandelt (n=2.517; 89,3 %), gefolgt von IL-23p19- (n=132; 4,7 %), IL-17- (n=124; 4,4 %) und IL-12/23-Inhibitoren (n=46; 1,6 %). Die mediane Zeitspanne von der Psoriasis-Diagnose bis zur bDMARD-Erstlinientherapie betrug 6,9 Jahre.
Insgesamt entwickelten 400 (14,2 %) der Teilnehmer eine PsA. In der multivariaten Cox-Regression waren in der Erstlinie IL-23- im Vergleich zu TNF-Inhibitoren signifikant mit einem geringeren Risiko für eine PsA assoziiert (HR 0,13, 95% KI 0,02-0,96; p=0,045). Von 1.246 PsO-Patienten, die Biologika als Zweitlinientherapie erhielten, entwickelten 125 (10,0 %) eine PsA, wobei nur IL-17-Inhibitoren unabhängig mit einer signifikanten Verringerung des PsA-Risikos versus TNF-Inhibitoren assoziiert waren (HR 0,37; 95% KI 0,16-0,85; p=0,019), während für IL-12/23- (HR 0,14; 95% KI 0,02-1,05; p=0,056) und IL-23-Hemmer (HR 0,46; 95% KI 0,20-1,07; p=0,070)
lediglich entsprechende Trends beobachtet wurden.
Dies ist die erste Studie, die bDMARD-Zweitlinientherapien in Bezug auf das PsA-Risiko untersucht hat. Eine Therapie mit IL-17- war im Vergleich zu TNF-Inhibitoren mit einem signifikant verminderten Risiko für eine neu auftretende PsA assoziiert. Zu hoch hängen sollte man die Befunde aufgrund der kleinen Gruppengrößen aber nicht, an prospektiven Studien führt kein Weg vorbei.
Quelle: RMD Open 2026; 12(2): e006687
