AXIALE SPONDYLOARTHRITIS

Therapierefraktäre Patienten doch eher die Ausnahme

Kanadische Rheumatologen um Denis Poddubnyy, Toronto, setzten sich zum Ziel, die Prävalenz von schwer zu behandelnder (D2M) und therapierefraktärer (TR) axialer Spondyloarthritis (axSpA) zu schätzen und Faktoren zu identifizieren, die in einer Längsschnittkohorte mit D2M/TR-Erkrankung assoziiert sind.

In einer Querschnittsanalyse der Daten aus der Kohorte des Spondylitis-Programms des Schroeder Arthritis Instituts wurden bei 536 axSpA-Patienten die ASAS-Definitionen für D2M- und TR-axSpA angewandt. Soziodemografische und krankheitsbezogene Merkmale wurden zwischen den Gruppen verglichen und mittels multivariater logistischer Regression mit D2M assoziierte Faktoren ermittelt.

Insgesamt erfüllten 49 Patienten (9,1 %) die ASAS-Definition für D2M, 12 (2,2 %) wurden als TR klassifiziert. Im Vergleich wiesen Patienten mit D2M eine höhere Krankheitsaktivität, schlechtere Funktionsfähigkeit und Wirbelsäulenbeweglichkeit sowie höhere Prävalenz von Komorbiditäten, degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen (76 vs. 46 %) und Fibromyalgie (33 vs. 9 %) auf. TR-Patienten zeigten wiederum eine höhere Krankheitslast, sie waren häufiger männlich, HLA-B27-positiv und litten unter radiografischer axSpA, waren jedoch weniger von nicht-entzündlichen Schmerzkomponenten betroffen. In der multivariaten Analyse waren höhere Werte für Wirbelsäulenschmerzen (Odds Ratio, OR 1,48; 95% KI 1,29-1,70) und Fibromyalgie (OR 3,09; 95% KI 1,33-7,15) unabhängig mit D2M assoziiert. Etwa jeder zehnte axSpA-Patient in dieser Kohorte erfüllte somit die ASAS-Definition für D2M, während ein (viel) kleinerer Anteil als TR eingestuft wurde. Der D2M-Status war mit stärkeren Wirbelsäulenschmerzen und Fibromyalgie assoziiert, wohingegen TR-Patienten eine aktive Erkrankung mit geringerem Einfluss nicht-entzündlicher Schmerzkomponenten aufwiesen. Diese Ergebnisse unterstreichen die klinische Relevanz des D2M-Konzepts und verdeutlichen die Notwendigkeit maßgeschneiderter Therapiestrategien.

Quelle: Arthritis Rheumatol 2026; doi: 10.1002/art.70202