In einer Querschnittsanalyse der Daten aus der Kohorte des Spondylitis-Programms des Schroeder Arthritis Instituts wurden bei 536 axSpA-Patienten die ASAS-Definitionen für D2M- und TR-axSpA angewandt. Soziodemografische und krankheitsbezogene Merkmale wurden zwischen den Gruppen verglichen und mittels multivariater logistischer Regression mit D2M assoziierte Faktoren ermittelt.
Insgesamt erfüllten 49 Patienten (9,1 %) die ASAS-Definition für D2M, 12 (2,2 %) wurden als TR klassifiziert. Im Vergleich wiesen Patienten mit D2M eine höhere Krankheitsaktivität, schlechtere Funktionsfähigkeit und Wirbelsäulenbeweglichkeit sowie höhere Prävalenz von Komorbiditäten, degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen (76 vs. 46 %) und Fibromyalgie (33 vs. 9 %) auf. TR-Patienten zeigten wiederum eine höhere Krankheitslast, sie waren häufiger männlich, HLA-B27-positiv und litten unter radiografischer axSpA, waren jedoch weniger von nicht-entzündlichen Schmerzkomponenten betroffen. In der multivariaten Analyse waren höhere Werte für Wirbelsäulenschmerzen (Odds Ratio, OR 1,48; 95% KI 1,29-1,70) und Fibromyalgie (OR 3,09; 95% KI 1,33-7,15) unabhängig mit D2M assoziiert. Etwa jeder zehnte axSpA-Patient in dieser Kohorte erfüllte somit die ASAS-Definition für D2M, während ein (viel) kleinerer Anteil als TR eingestuft wurde. Der D2M-Status war mit stärkeren Wirbelsäulenschmerzen und Fibromyalgie assoziiert, wohingegen TR-Patienten eine aktive Erkrankung mit geringerem Einfluss nicht-entzündlicher Schmerzkomponenten aufwiesen. Diese Ergebnisse unterstreichen die klinische Relevanz des D2M-Konzepts und verdeutlichen die Notwendigkeit maßgeschneiderter Therapiestrategien.
Quelle: Arthritis Rheumatol 2026; doi: 10.1002/art.70202
