SYSTEMISCHER LUPUS ERYTHEMATODES

Subkutanes Anifrolumab überzeugt in Phase-III-Studie

Bei SLE gewinnen Biologika wie Belimumab und Anifrolumab in Leitlinien stetig an Bedeutung, wobei letzteres noch mit dem Nachteil behaftet war, dass es intravenös verabreicht werden musste. Dies ändert die von einer internationalen Gruppe um Catharina Lindholm, Göteborg (Schweden), publizierte randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie TULIP-SC zur Wirksamkeit und Sicherheit von subkutanem (s.c.) Anifrolumab bei Erwachsenen mit moderater bis schwerer SLE-Aktivität.

In TULIP-SC erhielten Erwachsene mit SLE im Verhältnis 1:1 s.c. Anifrolumab 120 mg oder Placebo 1x wöchentlich über 52 Wochen. Der primäre Endpunkt, die Differenz im BICLA-Ansprechen nach 52 Wochen, wurde in einer vorab geplanten Interimsanalyse geprüft, wichtige sekundäre Endpunkte in der vollständigen Analyse ausgewertet.

In der Zwischenanalyse (220 Patienten, Anifrolumab: n=109; Placebo: n=111) wurde der primäre Endpunkt im BICLA-Ansprechen zugunsten von s.c. Anifrolumab erreicht (59,4 vs. 43,9 %; Δ15,5 %, 95% KI 2,3–28,6 %; p=0,0211). Die vollständige Analyse umfasste 367 Patienten (Anifrolumab: n=184; Placebo: n=183). Im Vergleich zu Placebo erreichten mehr mit s.c. Anifrolumab behandelte Patienten ein BICLA-Ansprechen bei zugleich niedriger bzw. reduzierter oraler Glukokortikoid-Dosis bis Woche 52 (56,2 vs. 34,0 %; Δ22,3 %, 95% KI 12,3–32,2 %; p<0,0001). Zudem war die Zeit bis zum ersten anhaltenden BICLA-Ansprechen kürzer (Hazard Ratio, HR 2,2; p<0,0001). Auch die Unterschiede hinsichtlich der Raten einer DORIS-Remission und niedrigen Krankheitsaktivität (LLDAS) in Woche 52 ergaben Vorteile für s.c. Anifrolumab (Δ14,2 %; p=0,0012 bzw. 14,1 %; p=0,0038). Die Häufigkeit schwerer unerwünschter Ereignisse betrug 11,9 % unter s.c. Anifrolumab und 10,4 % unter Placebo; die Häufigkeit von Herpes Zoster lag bei 3,8 bzw. 1,1 %.

Im Einklang mit der etablierten Effektivität von i.v. Anifrolumab zeigte auch die s.c.-Gabe signifikante, klinisch relevante Vorteile zusätzlich zur Standardtherapie und ein akzeptables Sicherheitsprofil. Aufgrund ihrer praktischen Vorzüge dürfte (wie zuvor bei Belimumab) für das Gros der Betroffenen die s.c.-Variante der präferierte Applikationsweg sein.

Quelle: Arthritis Rheumatol 2025; doi: 10.1002/art.70041