In TULIP-SC erhielten Erwachsene mit SLE im Verhältnis 1:1 s.c. Anifrolumab 120 mg oder Placebo 1x wöchentlich über 52 Wochen. Der primäre Endpunkt, die Differenz im BICLA-Ansprechen nach 52 Wochen, wurde in einer vorab geplanten Interimsanalyse geprüft, wichtige sekundäre Endpunkte in der vollständigen Analyse ausgewertet.
In der Zwischenanalyse (220 Patienten, Anifrolumab: n=109; Placebo: n=111) wurde der primäre Endpunkt im BICLA-Ansprechen zugunsten von s.c. Anifrolumab erreicht (59,4 vs. 43,9 %; Δ15,5 %, 95% KI 2,3–28,6 %; p=0,0211). Die vollständige Analyse umfasste 367 Patienten (Anifrolumab: n=184; Placebo: n=183). Im Vergleich zu Placebo erreichten mehr mit s.c. Anifrolumab behandelte Patienten ein BICLA-Ansprechen bei zugleich niedriger bzw. reduzierter oraler Glukokortikoid-Dosis bis Woche 52 (56,2 vs. 34,0 %; Δ22,3 %, 95% KI 12,3–32,2 %; p<0,0001). Zudem war die Zeit bis zum ersten anhaltenden BICLA-Ansprechen kürzer (Hazard Ratio, HR 2,2; p<0,0001). Auch die Unterschiede hinsichtlich der Raten einer DORIS-Remission und niedrigen Krankheitsaktivität (LLDAS) in Woche 52 ergaben Vorteile für s.c. Anifrolumab (Δ14,2 %; p=0,0012 bzw. 14,1 %; p=0,0038). Die Häufigkeit schwerer unerwünschter Ereignisse betrug 11,9 % unter s.c. Anifrolumab und 10,4 % unter Placebo; die Häufigkeit von Herpes Zoster lag bei 3,8 bzw. 1,1 %.
Im Einklang mit der etablierten Effektivität von i.v. Anifrolumab zeigte auch die s.c.-Gabe signifikante, klinisch relevante Vorteile zusätzlich zur Standardtherapie und ein akzeptables Sicherheitsprofil. Aufgrund ihrer praktischen Vorzüge dürfte (wie zuvor bei Belimumab) für das Gros der Betroffenen die s.c.-Variante der präferierte Applikationsweg sein.
Quelle: Arthritis Rheumatol 2025; doi: 10.1002/art.70041
