RHEUMATOIDE ARTHRITIS

STOP-RA-Studie: Kein präventiver Effekt von Hydroxychloroquin

Personen mit erhöhten ACPA-Serumwerten haben ein erhöhtes Risiko, in Zukunft an rheumatoider Arthritis (RA) zu erkranken. Für diese Risikopersonen wurden bisher keine pharmakologischen Interventionen zur RA-Prävention zugelassen. Dennoch wird (zumindest in den USA) mitunter Hydroxychloroquin (HCQ) bei Personen mit erhöhtem RA-Risiko ohne unterstützende klinische Studiendaten eingesetzt. Dies holten jetzt US-amerikanische Rheumatologen um Kevin D. Deane, Aurora, in der randomisierten, placebokontrollierten Phase-II-Studie STOP-RA nach.

In der Studie wurden 144 Personen mit RA-Risiko und ACPA-Werten ≥2-fach des oberen Normwerts (ULN) für 12 Monate auf HCQ 200 bis 400 mg/Tag (n=71) oder Placebo (n=73) randomisiert, gefolgt von bis zu 24 Monaten Nachbeobachtung nach Beendigung der Medikation. Der primäre Endpunkt war die Entwicklung einer klinischen RA, wie im Protokoll definiert, nach 36 Monaten. Zu den sekundären Endpunkten zählten Sicherheit, Entwicklung einer entzündlichen Arthritis (IA) und Patienten-berichtete Gelenkbeschwerden.

In der modifizierten Intention-to-treat (ITT)-Population entwickelte sich bei 30,4 % der Teilnehmer in der HCQ-Gruppe und bei 32,9 % in der Placebo-Gruppe eine klinische RA. Das Risiko für eine klinische RA nach 36 Monaten war mit 0,336 unter HCQ und 0,394 unter Placebo vergleichbar (Differenz -0,058; 95% KI -0,336 bis 0,220; p=0,52). Auch die Ergebnisse für IA waren ähnlich. Ebenso wenig unterschieden sich in beiden Gruppen das Auftreten und die Schwere der Gelenksymptome. Die Inzidenz unerwünschter Ereignisse war ebenfalls nicht verschieden. In dieser Studie mit Personen mit erhöhten ACPA-Werten konnte eine 12-monatige HCQ-Therapie die Entwicklung einer klinischen RA nach 36 Monaten somit nicht verhindern. Hierbei dürfte nicht nur das gewählte Medikament, sondern auch die zu breite At-Risk-Definition (eine Arthralgie war nicht explizit gefordert) eine Rolle gespielt haben.  

Quelle: Arthritis Rheumatol 2025; doi: 10.1002/art.43366