In 63 französischen Zentren wurden die Daten beim letzten Termin vor der Schwangerschaft, bei regelmäßigen Terminen während der Schwangerschaft sowie bei Terminen 6 und 12 Monate nach der Entbindung erhoben. Bei jeder Visite wurde die Krankheitsaktivität anhand des DAS28-CRP für RA sowie anhand des BASDAI und ASDAS-CRP für SpA beurteilt. Das Kollektiv umfasste 218 Patientinnen mit 218 Schwangerschaften, 94 Frauen hatten eine RA und 124 eine SpA (im Mittel 32,0 bzw. 31,8 Jahre während der Schwangerschaft).
In der RA-Gruppe war der Anteil der Patientinnen mit ≥1 Schub in den ersten 6 Monaten postpartal im Vergleich zur Schwangerschaft mit 62,0 vs. 43,5 % (p=0,02) signifikant höher. Der mittlere DAS28-CRP während der Schwangerschaft (Hazard Ratio, HR 1,4; 95% KI 1,1-1,9) sowie die Wiederaufnahme oder Einleitung einer bDMARD-Therapie im postpartalen Zeitraum (HR 2,4; 95% KI 1,3-4,3) waren in der multivariaten Überlebensanalyse bei RA unabhängig mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für einen Schub assoziiert. Bei SpA-Patientinnen gab es in puncto Schüben 6 Monate nach der Entbindung keinen Unterschied im Vergleich zur Schwangerschaft (je 40,7 %). Die postpartale Krankheitsaktivität war bei RA und SpA unabhängig vom Stillstatus ähnlich. 14,3 % der RA- und 23,6 % der SpA-Patientinnen setzten während der gesamten Schwangerschaft und postpartal die Einnahme eines bDMARD fort, 85,7 bzw. 76,4 % entbanden ohne DMARDs. In diesen beiden Gruppen begannen 55,1 bzw. 59,6 % nach der Entbindung erneut mit einer bDMARD-Therapie.
Die Daten bestätigen bisherige Beobachtungen, wonach eine Schwangerschaft einen positiven Einfluss auf die Krankheitsaktivität bei RA haben kann und es häufig zu einer spontanen Remission, dann jedoch auch zu Schüben in der Zeit nach der Entbindung kommt. Neu sind vor allem die Befunde zu den Auswirkungen einer Schwangerschaft auf die Krankheitsaktivität bei SpA.
Quelle: RMD Open 2026; 12(2): e006593
