PSORIASIS-ARTHRITIS

SCG-Beteiligung auch Indikator für Krankheitsschwere

Die Beteiligung des Sternoklavikulargelenks (SCG) bei PsA ist bislang wenig charakterisiert. Kanadische Rheumatologen um Vinod Chandran, Toronto, untersuchten jetzt die Prävalenz und klinischen Assoziationen in einer longitudinalen PsA-Kohorte.

In der Studie wurden retrospektiv prospektiv erhobene Daten aus dem Gladman Krembil Psoriatic Arthritis Program analysiert. Patienten mit SCG-Beteiligung (schmerzhaftes und/oder geschwollenes SCG) wurden identifiziert und deren demografische, klinische und laborchemische Daten sowie zur Therapie erfasst. Potenzielle Assoziationen mit klinisch geschwollenem SCG wurden mithilfe uni- und multivariabler Modelle mit generalisierten Schätzgleichungen untersucht. Von 1.737 PsA-Patienten (im Mittel 41,4 Jahre, 42 % Männer) wiesen 182 (10,5 %) eine SCG-Beteiligung auf, darunter 36 (2,1 %) ein klinisch geschwollenes SCG zu irgendeinem Zeitpunkt während der Nachbeobachtung. Bei 33,1 % der Betroffenen war die SCG-Beteiligung bereits initial vorhanden.

In univariaten Analysen war die SCG-Beteiligung signifikant mit einer höheren Anzahl geschwollener Gelenke (SJC) (Odds Ratio, OR 1,14; 95% KI 1,08–1,16), Daktylitis (OR 4,51; 95% KI 2,02–10,05) und Enthesitis (OR 6,74; 95% KI 3,45–13,15) assoziiert. Es zeigten sich keine signifikanten Assoziationen mit Geschlecht, Krankheitsdauer, axialer und Nagelbeteiligung, PASI, pustulöser Psoriasis oder HLA-Markern. In der multivariaten Analyse blieb die SCG-Schwellung mit einer höheren SJC (OR 1,08; 95% KI 1,03–1,14), Enthesitis (OR 4,54; 95% KI 1,98–10,45), Daktylitis (OR 4,54; 95% KI 1,98–10,45) und geringeren Anwendung von b/tsDMARDs (OR 0,30; 95% KI 0,10–0,88) assoziiert. Die SCG-Beteiligung ist somit eine unterschätzte, aber klinisch bedeutsame Manifestation der PsA, die mit einer höheren Krankheitslast und Enthesitis verbunden ist und häufig eine Eskalation auf ein b/tsDMARD erfordert.

Quelle: Rheumatology 2025; doi: 10.1093/rheumatology/keaf583