ANCA-ASSOZIIERTE VASKULITIDEN

Risikofaktoren für Rezidive nach Remissionsinduktion

Bei der ANCA-assoziierten Vaskulitis hat sich Rituximab in Leitlinien als präferierte Therapie in der Remissionsinduktion und -erhaltung etabliert. Ziel einer Post-hoc-Analyse der RITAZAREM-Studie von US-amerikanischen Experten um Ellen Romich, Philadelphia, war es, nach erneuter Remissionsinduktion mit Rituximab und anschließender Beendigung der Erhaltungstherapie Risikofaktoren für ein Rezidiv zu bestimmen.

AAV-Patienten ≥15 Jahre mit Anti-Proteinase-3 (PR3-) oder Anti-Myeloperoxidase (MPO)-ANCA, die nach erneuter Remissionsinduktion mit Rituximab und Glukokortikoiden eine Remission erreichten, wurden im Monat 4 randomisiert, um entweder weiterhin Rituximab oder Azathioprin zur Erhaltungstherapie für bis zu 24 Monate zu erhalten, gefolgt von einer Beobachtungsphase bis zum Rezidiv oder für maximal 48 Monate.

Mittels logistischer Regression mit allgemeinen Schätzgleichungen wurden für die zwei Studienphasen – Erhaltung (Monate 4-24) und nach Therapieende (Monate 24-48) – Basis- und zeitabhängige Risikofaktoren für ein Rezidiv bis zur nächsten Visite identifiziert.

Bei 170 Patienten (medianes Alter 59 Jahre, Krankheitsdauer 5 Jahre) traten 99 Rezidive auf (46 unter der Erhaltungstherapie). Während der Erhaltung waren eine muskuloskelettale Beteiligung (Odds Ratio, OR 2,8; 95% KI 1,1-7,2; p=0,03) und ein höheres globales Patientenurteil (OR 1,1; 95% KI 1,0-1,2; p=0,04) mit einem Rezidiv assoziiert. In der Phase nach Therapieende waren CD19+-B-Zellen (OR 2,5, 95% KI 1,2-5,1; p=0,01) und das Wiederauftreten von ANCA (OR 3,2, 95% KI 1,3-7,7; p=0,01) mit einem erhöhten Rückfallrisiko verbunden. Eine multivariate Analyse identifizierte Entzündungsmarker (Veränderungen bei Thrombozyten, weißen Blutkörperchen und Immunglobulin A) als mit einem Rückfall assoziierte Faktoren.

Fazit: Risikofaktoren für ein AAV-Rezidiv variieren abhängig von der Therapiephase. Die Überwachung von Entzündungsmarkern und der Immunrekonstitution kann helfen, Patienten mit erhöhtem Rückfallrisiko zu identifizieren, insbesondere nach Absetzen von Rituximab.

Quelle: Arthritis Rheumatol 2026; doi: 10.1002/art.70025