Bei jedem konsekutiven SjE-Patienten erfolgte eine sorgfältige, regelmäßige Untersuchung auf respiratorische Symptome. Bei neu aufgetretener Dyspnoe, anhaltendem trockenem Husten oder dem Nachweis von Velcro-Knistern mittels elektronischer Auskultation (VECTOR) wurde eine HRCT durchgeführt. Zu Studienbeginn wurde bei 61 von 257 Patienten eine ILD festgestellt, was einer Prävalenz von 23,7 % entspricht.
Während eines durchschnittlichen Follow-up von 42,6 Monaten kam es zu drei neuen ILD-Fälle, entsprechend einer Inzidenz von 0,41 neuen Fällen pro 100 Patienten und Jahr. Eine multivariate Analyse ergab eine direkte Assoziation zwischen SjE-ILD und männlichem Geschlecht, Alter bei SjE-Diagnose sowie einer BSG >40 mm. Eine inverse Korrelation bestand mit dem Sicca-Syndrom. Das häufigsten HRCT-Muster war die unspezifische interstitielle Pneumonie (41 %), gefolgt von der üblichen interstitiellen Pneumonie (31 %). Im Verlauf der Nachbeobachtung verstarben 21 Patienten (8,2 %), wobei ein signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben zwischen Patienten mit und ohne ILD (66,5 vs. 88,4 %; p<0,001) bestand (medianes Überleben 53,4 vs. 60,8 Monate). Ein fibrotisches Muster war mit einer schlechteren Überlebensrate verbunden, während hinsichtlich des radiologischen Musters kein Unterschied festgestellt wurde. Anti-SSA-Antikörper waren ein protektiver Faktor, während das Alter bei SjE-Diagnose und das Ausmaß der ILD im HRCT (≥20 %) direkt mit einer erhöhten Mortalität assoziiert waren.
Eine ILD ist bei SjE-Patienten keineswegs selten und führt zu einer deutlichen Abnahme der Überlebensrate. Das Ausmaß der ILD, jedoch nicht das HRCT-Muster, stellt den wichtigsten Prädiktor für die Mortalität dar.
Quelle: Semin Arthritis Rheum 2025; 76: 152886
