RHEUMATOIDE ARTHRITIS

Prädiktoren für Progression bei seropositiver Arthralgie

Eine seropositive Arthralgie, also Gelenkschmerzen ohne klinische Synovitis bei RF- und/oder ACPA-positiven Personen, gilt als präklinisches Stadium der rheumatoiden Arthritis (RA). Da die frühzeitige Identifizierung von Risikopersonen entscheidend für eine rechtzeitige Therapieintervention ist, untersuchten argentinische Rheumatologen um Rodrigo Garcia Salinas, Buenos Aires, die Prävalenz von seropositiver Arthralgie in einer großen Früharthritis-Kohorte, verglichen die Basischarakteristika mit RA und identifizierten Prädiktoren für die Progression zur RA nach einem Jahr.

Eine der bisher größten prospektiven Studien zum RA-Progressionsrisiko wurde im Rahmen von Rheuma-Check, einem strukturierten Diagnoseprogramm zur frühzeitigen rheumatologischen Beurteilung in Argentinien, durchgeführt.

Patienten mit seropositiver Arthralgie (94 % RF+, 21 % ACPA+, 17 % RF/ACPA+) oder RA wurden anhand klinischer, serologischer und bildgebender Untersuchungen identifiziert und über 12 Monate nachbeobachtet. Mithilfe logistischer Regression wurden unabhängige Prädiktoren für die Entwicklung einer RA ermittelt. Von 1.730 Patienten wurden 208 (12 %) als seropositive Arthralgie und 225 (13 %) als RA klassifiziert. Im Vergleich zu RA hatten erstere Patienten weniger druckschmerzhafte und geschwollene Gelenke, niedrigere Entzündungsmarker und seltener eine Power-Doppler-Positivität im Ultraschall. Nach einem Jahr entwickelten 21 % der seropositiven Arthralgie-Patienten eine RA, 14 % andere immunvermittelte Erkrankungen und 65 % blieben stabil. In der multivariaten Analyse war ACPA-Positivität der einzige unabhängige Prädiktor für die Progression zu einer manifesten RA (Odds Ratio 7,7; 95% KI 1,2–60). In der Reuma-Check-Kohorte war bei Personen mit seropositiver Arthralgie somit die ACPA-Positivität der robusteste Prädiktor für die Entwicklung einer RA nach 12 Monaten. Gut ein Fünftel der Fälle gingen nach einem Jahr in eine RA über. Ein Power-Doppler-Signal im Ultraschall war bei seropositiver Arthralgie selten, bei früher RA jedoch häufig.

Quelle: Semin Arthritis Rheum 2025; 75: 152881