Analysiert wurden Daten einer Inzidenzkohorte (1992–2021) von 136 LN-Patienten (medianes Follow-up 121 Monate) anhand von Regressionsmodellen, um Prädiktoren für ein erfolgreiches Absetzen von GK zu bewerten.
Die mediane Zeit bis zu 7,5 bzw. 5 mg/Tag und dem vollständigen Absetzen von GK betrug 9, 12 bzw. 29 Monate nach Diagnose. Ein Komposit aus vollständigem Nierenansprechen (CR) und SLEDAI-2K ≤4, die bis zum Absetzen von GK aufrechterhalten wurden (Hazard Ratio, HR 1,85; p=0,016), membranöse LN (HR 1,81; p=0,01) und die kontinuierliche Anwendung von HCQ (HR 1,49; p=0,04) waren mit einer kürzeren Zeit bis zum Absetzen von GK assoziiert. Patienten, die nach 2010 diagnostiziert wurden, erreichten ein früheres Absetzen von GK. Eine kürzere Zeit bis zum CR (Odds Ratio, OR 1,05; p=0,034) und Lupus Low Disease Activity State (LLDAS) beim Tapering ab 7,5 mg/Tag (OR 0,23; p=0,046) reduzierten das Schubrisiko während des Ausschleichens. Eine vollständige DORIS-Remission zum Zeitpunkt des Absetzens (OR 0,20; p=0,005) und fortlaufende HCQ-Einnahme (OR 0,28; p=0,031) schützten vor renalen Schüben nach dem Absetzen. Weder eine höhere initiale GK-Dosis (>40 mg/Tag) noch langsameres Tapering verhinderten renale Schübe. Die Zeit bis zum Absetzen von GK (OR 1,02/Monat; p=0,04) und Schübe (OR 2,08; p=0,036) waren mit dem Risiko für Organschäden am Ende des Follow-up assoziiert.
Anhaltendes CR/SLEDAI-2K ≤4, membranöse LN und die fortgesetzte HCQ-Einnahme stellten die Hauptprädiktoren für eine kürzere Zeit bis zum Absetzen dar, während eine vollständige DORIS-Remission beim Absetzen und fortgesetzte HCQ-Anwendung Schübe nach dem Absetzen unwahrscheinlicher machten. Sowohl die Zeit bis zum Absetzen als auch Schübe trugen unabhängig zur Akkumulation von Organschäden über 10 Jahre bei.
Quelle: RMD Open 2025; 11(4): e005877
