Im Rahmen der Studie wurden Zeit-bis-Ereignis-Analysen klinischer, zentral bewerteter histologischer und serologischer Prädiktoren für den Verlust der Nierenfunktion (anhaltender Rückgang der eGFR ≥40 % oder Fortschreiten zur terminalen Niereninsuffizienz) bei 172 LN-Patienten mit einer medianen Nachbeobachtung von 4,6 (0,5-7,8) Jahren durchgeführt.
Bei 57 von 172 Patienten (33 %) kam es zu einem Verlust der Nierenfunktion. Eine niedrigere eGFR zu Studienbeginn, eine neuerliche Nierenbiopsie und ein höherer NIH-Chronizitäts-Index (CI) waren mit einem eGFR-Verlust assoziiert. Der CI war der stärkste Prädiktor, jedoch konnte kein eindeutiger Schwellenwert für ein erhöhtes Risiko definiert werden. Der NIH-Aktivitäts-Index und die International Society of Nephrology (ISN)-Klassifikation waren nicht prädiktiv. Die Proteinurie nach 12 Monaten war prognostisch relevant: Ein Urin-Protein-Kreatinin-Quotient <0,7 g/g war mit einem geringeren Risiko verbunden, jedoch konnte kein einzelner Schwellenwert einen Schutz gewährleisten; niedrigere Werte lieferten bessere Ergebnisse.
Ein fehlendes vollständiges klinisches Ansprechen nach 3, 6 oder 12 Monaten sagte einen zukünftigen eGFR-Verlust voraus, während ein partielles Ansprechen ein intermediäres Risiko darstellte. Serologische Marker waren nicht mit einem eGFR-Verlust assoziiert.
Eine niedrige eGFR zu Studienbeginn und chronische histologische Schäden, nicht aber die Aktivität oder ISN-Klassifikation, sagten einen eGFR-Verlust voraus. Eine Proteinurie <0,7 g/g nach einem Jahr war mit besseren Therapieergebnissen assoziiert, bot aber keinen sicheren Schutz. Diese Daten legen nahe, dass die derzeitigen Ansprechdefinitionen eher als prognostische Indikatoren denn als Marker der Behandlungseffektivität geeignet sind.
Quelle: Arthritis Care Res 2026; doi: 10.1002/acr.80070
