RHEUMATOIDE ARTHRITIS

Prä-RA: ACPA-Positivität und -Negativität macht Unterschied

Der Zeitraum zwischen Symptombeginn und Manifestation einer rheumatoiden Arthritis (RA) gilt als potenzielles Zeitfenster für eine DMARD-Intervention. Es ist nicht ganz klar, ob sich die ACPA-positive und -negative Form der Erkrankung in dieser symptomatischen Phase vor der RA-Diagnose ähnlich entwickeln. Daher untersuchten niederländische Rheumatologen um Annette van der Helm-van Mil, Leiden, den Verlauf bei Patienten, die eine ACPA-positive bzw. ACPA-negative RA entwickelten, und verglichen die zeitlichen Abläufe sowie entzündungsassoziierte Marker.

Eingeschlossen wurden aus der prospektiven Leiden-Kohorte und der TREAT-EARLIER-Studie 173 Patienten (87 ACPA-negativ, 86 ACPA-positiv; im Mittel 46 bzw. 49 Jahre, 72 % Frauen) mit klinisch verdächtiger Arthralgie (CSA), bei denen sich im weiteren Verlauf eine RA entwickelte. Verglichen wurden die Zeitspannen vom Symptombeginn bis zur Vorstellung mit CSA sowie bis zur RA-Manifestation. Der zeitliche Verlauf der Entzündung wurde anhand Morgensteifigkeit, Druckschmerzhaftigkeit, CRP und MRT von Händen und Füßen beurteilt. Bei ACPA-positiven Patienten war der Zeitraum zwischen Symptombeginn und CSA-Vorstellung länger, der Zeitraum von der CSA-Vorstellung bis zur RA-Manifestation hingegen kürzer (24 vs. 16 Wochen; p=0,006 bzw. 12 vs. 21 Wochen; p=0,014). ACPA-negative Patienten wiesen bei Symptombeginn (p=0,024) und CSA-Vorstellung (p=0,006) sowie bis zur RA-Manifestation (p=0,017) eine stärkere Morgensteifigkeit auf. Ebenso berichteten sie über stärkere Handschmerzen bei Symptombeginn sowie stärkere Druckschmerzhaftigkeit der Handgelenke bei CSA-Vorstellung (p<0,001) und bis zur RA-Manifestation (p<0,001).

Dagegen zeigten ACPA-positive Patienten im Jahr vor der RA-Diagnose einen schnelleren Anstieg von CRP (p=0,006) und subklinischen Gelenkentzündungen, was auf eine stärkere Zunahme von Entzündungen im Vorfußbereich zurückging (p=0,043). Somit unterscheiden sich die ACPA-negative und die ACPA-positive CSA (Prä-RA) in den zeitlichen Abläufen, der Ausprägung der Morgensteifigkeit sowie Lokalisation der Entzündungen an Händen und Füßen. Dies deutet darauf hin, dass für eine frühe Intervention bei ACPA-positiver bzw. -negativer (Prä-)RA unterschiedliche präventive Strategien erforderlich sind.

Quelle: Ann Rheum Dis 2026; doi: 10.1016/j.ard.2026.04.011