Die Studie nutzte Abrechnungsdaten der französischen Krankenversicherungsdatenbank, um RA-Patienten (ICD-10-Codes M05/M06) zu identifizieren, die zwischen 2016 und 2021 eine MTX-Behandlung begonnen hatten. Patienten, die MTX in den Jahren 2016–2017 starteten, wurden bis zum Studienende oder Tod nachbeobachtet. Die MTX-Persistenz und die Eskalation auf b/tsDMARDs wurden mithilfe des Kaplan-Meier-Schätzers analysiert.
Zwischen 2016 und 2021 begannen 52.462 RA-Patienten (im Mittel 60,8 Jahre, 71,0 % Frauen) eine MTX-Therapie, überwiegend oral (79,1 %). Die MTX-Persistenz nach zwei Jahren lag bei 73,7 % und stieg bei einem Wechsel der Darreichungsform um ca. 20 Prozentpunkte an (von 66,8 % auf 83,8 %). Zudem eskalierten 17,5 % der Patienten auf b/tsDMARDs. Von den 3.582 Patienten, bei denen eine Eskalation auf b/tsDMARDs erfolgte, wurden 1.121 (31,3 %) mit oralem MTX behandelt, ohne dass vor der b/tsDMARD-Therapie eine Optimierung auf subkutanes MTX stattgefunden hatte. Im Vergleich zum Jahr vor der Eskalation auf fortgeschrittene Therapien kam es in den 12 Monaten danach zu einem sprunghaften Anstieg der Behandlungskosten um das Doppelte.
Trotz hoher Therapietreue erfolgte somit bei vielen RA-Patienten eine Eskalation auf b/tsDMARDs ohne vorherige Optimierung. Ein vollständiges Ausschöpfen der MTX-Therapie hinsichtlich Dosierung und Applikationsweg wäre jenseits der Kostenaspekte eine gute Möglichkeit, die Eskalation auf b/tsDMARDs hinauszuzögern und somit künftige Behandlungsoptionen zu bewahren.
Quelle: EULAR Rheumatol Open 2026; doi: 10.1016/j.ero.2026.03.003
