Eingeschlossen wurden erwachsene RA-Patienten mit einem elektiven Knie- oder Hüftgelenkersatz (TEP), entweder primär oder als Revision, die vor dem Eingriff eine Infusion oder Verordnung von Abatacept, Adalimumab, Etanercept, Infliximab, Rituximab oder Tocilizumab erhalten hatten. Mittels Propensity-Scoring wurden die jeweiligen Risiken für eine hospitalisierungspflichtige Infektion binnen 30 Tagen oder Gelenkprotheseninfektion innerhalb von 12 Monaten zwischen den Biologika und verschiedenen GK-Dosen verglichen.
Bei 9.911 mit Biologika behandelten Patienten wurden 10.923 chirurgische Eingriffe identifiziert. Im Ergebnis war kein signifikanter Unterschied zwischen den unterschiedlichen Biologika ersichtlich. Verglichen mit einem 8,16 %-Risiko für hospitalisierungspflichtige Infektionen für Abatacept bewegte sich das prädizierte Risiko gemäß den Propensity-gewichteten Modellen zwischen 6,87 % für Adalimumab und 8,90 % für Rituximab (letztere Gruppe war ebenso wie jene für Tocilizumab klein, was definitive Aussagen erschwert). Im Vergleich mit einer kumulativen 1-Jahres-Inzidenz für Gelenkprotheseninfektionen von 2,14 % für Abatacept bewegte sich diese zwischen 0,35 % für Rituximab und 3,67 % für Tocilizumab. Im Gegensatz dazu waren GK mit einem dosisabhängigen Anstieg des postoperativen Risikos für alle Outcomes assoziiert. Propensity-gewichtete Modelle zeigten, dass der Gebrauch von ≥10 mg GK/Tag (versus kein GK) in einem prädizierten Risiko für für hospitalisierungspflichtige Infektionen von 13,25 % (vs. 6,78 %) und für die prädizierte kumulative 1-Jahres-Inzidenz von Gelenkprotheseninfektionen von 3,83 % (vs. 2,09 %) resultierte.
Als Fazit kann gezogen werden, dass das postoperative Infektionsrisiko durch Biologika eher weniger und in vergleichbarem Maße beeinflusst wird, während GK vor allem in Dosierungen >10 mg/Tag dieses Risiko deutlich steigern.
Quelle: Ann Intern Med 2019; 170(12): 825-836
