SYSTEMISCHER LUPUS ERYTHEMATODES

Positive Daten zu Telitacicept aus Phase-III-Studie

Sowohl bei systemischem Lupus erythematodes (SLE) als auch einer Reihe weiterer Indikationen wird derzeit der duale, in China entwickelte BLyS/APRIL-Inhibitor Telitacicept geprüft. Nachdem dieses Fusionsprotein in einer Phase-IIb-Studie bei erwachsenen Patienten mit aktivem SLE zusätzlich zur Standardtherapie (SoC) eine gute Wirkung gezeigt hatte, wurde eine erste randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie in China durchgeführt und jetzt von Ronald van Vollenhoven, Amsterdam (Niederlande), und überwiegend chinesischen Kollegen publiziert.

In der Studie wurden 335 Patienten mit aktivem SLE (>90 % Frauen, im Mittel 35 Jahre, fast zwei Drittel mit Lupus-Nephritis [LN] und entsprechender Medikation, mittlere Glukokortikoid (GK)-Dosis 14-15 mg/Tag) im Verhältnis 1:1 auf Telitacicept (s.c. 160 mg) oder Placebo 1x wöchentlich zusätzlich zur SoC randomisiert.

Primärer Endpunkt war das modifizierte SRI-4-Ansprechen in Woche 52 (Reduktion im SELENA-SLEDAI-Score um ≥4 Punkte, keine neue Krankheitsaktivität gemäß BILAG und keine Verschlechterung im Arzturteil). Nach 52 Wochen zeigten signifikant mehr Teilnehmer unter Telitacicept als Placebo ein modifiziertes SRI-4-Ansprechen (67,1 vs. 32,7 %; adjustierte Differenz 34,5 Prozentpunkte, 95% KI 24,3-44,7; p<0,001). Eine Reduktion des SELENA-SLEDAI-Scores um ≥4 Punkte gegenüber dem Ausgangswert zeigte sich bei 70,1 vs. 40,5 % der Patienten unter Telitacicept bzw. Placebo (Differenz 29,6 Prozentpunkte; 95% KI 13,1-46,1).

Auch in den sekundären Endpunkten war das Fusionsprotein überlegen, so erreichten 45 vs. 35 % der Patienten eine GK-Dosis ≤7,5 mg/Tag (Differenz 10,2 Prozentpunkte; 95% KI 2,0-22,5). Auch die mediane Zeit bis zu einem SLE-Schub war länger (198 vs. 115 Tage, Hazard Ratio 0,57; 95% KI 0,44-0,74). Bei Patienten mit signifikanter Proteinurie zu Baseline zeigte sich öfter eine markante Besserung (72 vs. 55 %). Unerwünschte Ereignisse traten unter Telitacicept häufiger auf als unter Placebo (74,9 vs. 50,0 %), dazu zählten Infektionen der oberen Atemwege (31,7 vs. 19,0 %), ein erniedrigter Serum-IgG- (15,6 vs. 1,2 %) sowie Serum-IgM-Spiegel (15,0 vs. 0,6 %) und Reaktionen an der Injektionsstelle (12,6 vs. 0,6 %).

Im Ergebnis fand sich somit unter Telitacicept signifikant häufiger ein klinisches Ansprechen, dieses war aber mit mehr Nebenwirkungen (z. B. erniedrigte Ig-Spiegel) verbunden. Neben der rein chinesischen Patientenpopulation erschwert das Mischkollektiv (viele Patienten mit LN) mit variierenden SoC die Interpretation – eine internationale Phase-III-Studie bei SLE läuft noch.

Quelle: N Engl J Med 2025; 393(15): 1475-1485