UNDIFFERENZIERTE ARTHRITIS

Palindromer Rheumatismus: Leichte RA-Risikoreduktion durch Abatacept

Ein beträchtlicher Anteil von Patienten mit palindromem Rheumatismus entwickelt im weiteren Verlauf eine rheumatoide Arthritis (RA). Spanische Rheumatologen um Raimon Sanmarti, Barcelona, verglichen jetzt in einer randomisierten, offenen Studie den frühen, präventiven Einsatz von Abatacept und Hydroxychloroquin (HCQ) in einer solchen Kohorte über zwei Jahre hinweg.

In der Studie wurde untersucht, ob eine 2-jährige Therapie mit Abatacept (n=34; 125 mg s.c. wöchentlich im ersten Jahr und alle zwei Wochen im zweiten Jahr) im Vergleich zu oralem HCQ (n=36; 5 mg/kg KG/Tag) die Häufigkeit der RA-Entwicklung bei RF/ACPA-positiven Personen mit palindromem Rheumatismus verringern kann.

Der primäre Endpunkt war die Entwicklung einer persistierenden Arthritis, die die ACR/EULAR RA-Klassifikationskriterien 2010 während eines 24-monatigen Follow-up erfüllte. Zu den sekundären Endpunkten zählten die Häufigkeit, Intensität und Dauer von Gelenkanfällen, der Anteil der Patienten in Remission sowie die Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen.

In der primären Analyse (modifiziertes Full Analysis Set) entwickelten 7 (20,6 %) der mit Abatacept und 18 (50,0 %) der mit HCQ behandelten Teilnehmer über zwei Jahre eine RA (p=0,010; Risikodifferenz 29,4 %; 95% KI 8,2-50,7); damit wurde der primäre Endpunkt erreicht. Bei Anwendung des Ansatzes, der lediglich die verfügbaren Daten berücksichtigt, lagen die entsprechenden Zahlen bei 10,0 vs. 35,7 % (p=0,019). Im Vergleich zu HCQ wiesen die mit Abatacept behandelten Teilnehmer eine signifikant längere Zeitspanne bis zu einer Progression zur RA auf (Hazard Ratio, HR 0,27; 95% KI 0,07-0,96; p=0,0299). Zudem war Abatacept mit einer verringerten Intensität der Gelenkbeteiligung sowie einer höheren Häufigkeit einer Symptomremission assoziiert; hinsichtlich der Häufigkeit der Anfälle zeigten sich jedoch keine Unterschiede zwischen beiden Therapien. Auch wurden keine relevanten Unterschiede im Verlauf der RF/ACPA-Antikörper-Titer beobachtet. Beide Medikamente wurden gut vertragen.

Bei Patienten mit seropositivem palindromem Rheuma reduzierte Abatacept im Vergleich zu Hydroxychloroquin bei zweijähriger Anwendung das Risiko einer Progression zur RA und verbesserte die Symptomatik. Wie schon bei seropositiver Arthralgie bleibt die Frage offen, wann und bei wem konkret eine solche Frühintervention gerechtfertigt ist.

Quelle: Nat Med 2026; 32(7): 2610-2618