In der Studie wurden 93 LN-Patienten, die innerhalb eines Jahres vor dem Screening in Remission gelangt waren und eine stabile immunsuppressive Therapie beibehielten, der GK-freien Gruppe (n=47, Ausdosieren von GK über drei Monate) oder der Gruppe mit niedrig dosierten GK (n=46, Prednison-Dosis 2,5–10 mg/Tag) zugeteilt, wobei die Basismedikamente fortgeführt wurden. Primäre Endpunkte waren die gesamte Schubrate und die Zeit bis zum Schub, zu den sekundäre Endpunkte zählten renale oder extrarenale Schübe. Insgesamt wurden 91 Patienten ausgewertet. Die Gruppe mit niedrig dosierten GK zeigte eine numerisch niedrigere Schubrate im Vergleich zur GK-freien Gruppe (4,5 vs. 17,0 %; p=0,065). Bei den Patienten, die einen Schub erlitten, war die mediane Zeit bis zum Schub in der GK-freien Gruppe signifikant kürzer (9,4 Monate) im Vergleich zur Niedrigdosis-Gruppe (39,3 Monate, HR 0,37, 95% KI 0,14–0,99; p=0,044). Die Kaplan–Meier-Analyse zeigte signifikant höhere kumulative Schubraten in der GK-freien Gruppe (p=0,031). Relevant ist, dass die GK-freie Gruppe eine extrarenale Schubrate von 14,9 % aufwies, verglichen mit 0 % in der Niedrigdosis-Gruppe (absolute Risikodifferenz 14,9 %, 95% KI 3,2–26,6; p=0,017).
In dieser Pilotstudie war die Schubrate numerisch niedriger und die Zeit bis zum Schub signifikant länger in der Niedrigdosis-GK im Vergleich zur GK-freien Gruppe. Diese vorläufigen Ergebnisse deuten auf einen potenziellen Nutzen einer niedrig dosierten GK-Erhaltungstherapie hin, müssten jedoch in größeren Studien bestätigt werden.
Quelle: Clin Rheumatol 2026; 45(2): 1189-1198
