Zwischen 2010 und 2022 wurden 14.528 RZA-Patienten (median 74 Jahre, 72 % Frauen) ohne CV-Ereignis vor der RZA-Diagnose eingeschlossen, die keine Thrombozytenaggregationshemmer oder Antikoagulanzien einnahmen. Verglichen wurde die bei 5.220 Patienten (36 %) erfolgte Einnahme von niedrig-dosiertem ASS innerhalb von 14 Tagen gegenüber keiner solchen Therapie.
Primärer bzw. sekundärer Endpunkt waren MACE (ischämischer Schlaganfall, Myokardinfarkt und Gesamtmortalität) respektive schwere Blutungen. Nach einem Jahr war in der Gruppe mit niedrig-dosiertem ASS das Risiko für MACE geringer (relatives Risiko, RR 0,86; 95% KI 0,75-0,96, Risikodifferenz, RD -0,54 %; 95% KI -0,99 bis -0,12 %), während das Risiko für schwere Blutungen höher war (RR 1,29; 95% KI 1,05-1,53, RD 0,51 %; 95% KI 0,13 bis 0,91 %). Die Gesamtmortalität war unter niedrig dosiertem ASS nach einem Jahr niedriger (RD -0,43 %; 95% KI -0,77 bis -0,10 %). Auch nach drei Jahren traten MACE unter niedrig dosiertem ASS seltener auf (RD -1,08 %; 95% KI -1,77 bis -0,41 %), dies ohne einem Unterschied hinsichtlich schwerer Blutungen. Eine ausgeprägtere Assoziation zwischen niedrig-dosiertem ASS und geringerem MACE-Risiko nach einem Jahr wurde bei Frauen (RD -0,78 %; 95% KI -1,29 bis -0,25 %) und Patienten mit Diabetes (RD -2,23 %; 95% KI -3,48 bis
-1,02 %) beobachtet.
Klare Ergebnisse liefert die Studie nicht, letztlich bleibt es in Abwägung von kardiovaskulärem und Blutungsrisiko bei einer individuellen Entscheidung.
Quelle: JAMA Netw Open 2026; 9(4): e266579
