In die 52-wöchige Studie gingen Erwachsene mit aktiver PsA und Übergewicht (BMI ≥27 bis <30) mit mindestens einer gewichtsbedingten Komorbidität oder Adipositas (BMI ≥30) ein (im Mittel 55 Jahre, 70 % Frauen, Gewicht 106 kg, BMI 37,6). Es wurden die in den USA zugelassenen Dosierungen von Ixekizumab (initial 160 mg s.c , dann 80 mg alle 4 Wochen oder – bei ausgeprägter Psoriasis – das Psoriasis-Dosisschema mit 80 mg alle 2 Wochen für die ersten 12 Wochen) und Tirzepatid (initial s.c. 2,5 mg für 4 Wochen mit stufenweiser Eskalation um 2,5 mg alle 4 Wochen bis zur maximal tolerierten Erhaltungsdosis von 5, 10 oder 15 mg ab Woche 32) angewendet. Primärer Endpunkt war das gleichzeitige Erreichen eines ACR50-Ansprechens und einer Gewichtsreduktion von ≥10 % nach 36 Wochen. Zu den wichtigsten sekundären Endpunkten gehörte der ACR50. Weitere sekundäre Endpunkte und PROs wurden erfasst und die Sicherheit beurteilt.
BESSERE KRANKHEITSKONTROLLE MIT IXEKIZUMAB PLUS TIRZEPATID
Insgesamt wurden 271 Teilnehmer im Verhältnis 1:1 auf Ixekizumab plus Tirzepatid (n=138) oder eine Ixekizumab-Monotherapie (n=133) randomisiert. Der primäre Endpunkt wurde mit signifikanten Verbesserungen im Vergleich zu Ixekizumab häufiger im Kombinations-Arm erreicht (31,7 vs. 0,8 %; p<0,001). Größere Verbesserungen wurden in Woche 36 auch im ACR50-Ansprechen verzeichnet (33,5 vs. 20,4 %; p=0,02), mit einer signifikanten, frühen Trennung in Woche 4 (nominal p<0,05) (Abb.).
Die Ixekizumab/Tirzepatid-Kombination zeigte nominell auch signifikante Verbesserungen im ACR20-Ansprechen (71,3 vs. 48,5 %; p<0,001), der minimalen Krankheitsaktivität (26,3 vs. 15,3 %; p=0,026) und dem absoluten PASI-Score (-4,3 vs. -3,3; p<0,008) im Vergleich zu Ixekizumab allein. Dasselbe traf auch auf den DAPSA-Score (-32,4 vs. -23,7; p<0,001) und die Enthesitis gemäß dem LEI-Score zu (-1,6 vs. -0,9; p=0,002); nur im Trend besser war das ACR70-Ansprechen (15,7 vs. 8,4 %; p=0,06). Signifikante Verbesserungen der Kombination gegenüber Ixekizumab zeigten sich auch in den PROs, darunter im HAQ-DI (∆ −0,2; nominal p<0,001) und im FACIT–Fatigue (Verbesserung um 3,8; nominal p<0,01). Erwartungsgemäß verbesserten sich die metabolischen Outcomes in Kombination mit Tirzepatid: So sanken der BMI (-6,72 vs. -0,45; p<0,001) und das Körpergewicht (-18 vs. -1 %; p<0,001) deutlich stärker, zugleich verbesserten sich der HbA1c-Wert, systolische Blutdruck und Triglyceride (je p<0,001) sowie der Gesamt-Cholesterin-Spiegel (p=0,021) signifikant. Die Sicherheitsprofile entsprachen denen vorheriger Studien für beide Wirkstoffe (z. B. vermehrt gastrointestinale Beschwerden unter Tirzepatid), schwere Nebenwirkungen waren unter der Kombination sogar seltener (2,9 vs. 4,5 %).
FAZIT
Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis und komplexen entzündlich-metabolischen Erkrankungen erreichten unter der Kombination aus Ixekizumab und Tirzepatid im Vergleich zum IL-17A-Inhibitor allein eine klinisch relevante Verbesserung der PsA, der körperlichen Funktion, eine Gewichtsreduktion und eine höhere Lebensqualität. Es traten keine neuen Sicherheitsbedenken auf. Wie sich die Zulassungsbehörden hierzu verhalten ist noch unklar. Für die rheumatologische Praxis könnte eine solche Kombination bei geeigneten, stark adipösen Patienten wohl durchaus eine sinnvolle Option sein.
Quelle: Arthritis Rheumatol 2026; doi: 10.1002/art.70134
