PSORIASIS-ARTHRITIS

Neue Erkenntnisse zur axialen Manifestation

Noch immer ist die axiale Psoriasis-Arthritis (axPsA) unzureichend charakterisiert. Eine italienisch-deutsche Arbeitsgruppe um Giuseppe Lopalco, Bari, und Fabian Proft, Berlin, setzte sich zum Ziel, die klinischen Merkmale dreier Phänotypen der axPsA zu vergleichen, die isolierte axPsA, axPsA mit oligoartikulärer Beteiligung (axPsA+oligo) und axPsA mit polyartikulärer Erkrankung (axPsA+poly), sowie die Persistenz fortgeschrittener Therapien (b/tsDMARDs) in der Erstlinie bei axialer PsA zu bewerten.

Demografische, klinische, therapeutische sowie Labor- und Bildgebungsdaten zu Baseline wurden retrospektiv erhoben. Mittels Kaplan-Meier-Analyse wurde die Therapiepersistenz untersucht, durch LASSO-Cox-Regression wurden Faktoren zu Therapiebeginn identifiziert, die mit einem Therapieabbruch assoziiert waren.

Von den 621 Patienten wiesen 28,2 % eine isolierte axPsA, 40,6 % eine axPsA+oligo und 31,2 % eine axPsA+poly auf. Psoriasis trat bei isolierter axPsA und axPsA+oligo häufiger auf als bei axPsA+poly (82,3 bzw. 82,1 % vs. 66,1 %; p<0,001), während HLA-B27-Positivität bei axPsA+poly seltener war (10,9 vs. 18,9 % bei isolierter axPsA und 21,6 % bei axPsA+oligo; p=0,02). Eine Sakroiliitis wurde bei isolierter axPsA und axPsA+oligo häufiger beobachtet als bei axPsA+poly (70,3 bzw. 65,7 vs. 53,6 %; p<0,001), während Spondylitis bei axPsA+poly häufiger auftrat (15,0 % vs. 8,3 % bei axPsA+oligo und 6,3 % bei isolierter axPsA; p<0,001).

Die Therapiedauer war bei axialer PsA mit Oligoarthritis am längsten (62 Monate) und bei axialer PsA mit Polyarthritis am kürzesten (38 Monate) (p=0,006). Höhere Werte auf der VAS-Schmerzskala waren mit einer kürzeren Therapiedauer assoziiert (adjustierte Hazard Ratio, aHR 1,01; p=0,009), während HLA-B27-Positivität mit einer längeren Therapiedauer einherging (aHR 0,56; p=0,045).

Die Therapiedauer bei axialer PsA variierte in Abhängigkeit von den klinischen Phänotypen, dem HLA-B27-Status und dem Schmerzempfinden – dies unterstreicht die Bedeutung einer phänotypischen Stratifizierung in der klinischen Praxis.

Quelle: Rheumatology 2026; 65(4): keag209