JIA-ASSOZIIERTE UVEITIS

Neue Empfehlungen zum Therapiemanagement

Eine interdisziplinäre europäische Expertengruppe um Athimalaipet V. Ramanan, Bristol (Großbritannien), hat im Rahmen der SHARE-Initiative konsensbasierte Empfehlungen zum Management der mit juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) assoziierten Uveitis formuliert mit klarem Fokus auf Screening, Monitoring und Therapie dieser risikobehafteten JIA-Manifestation.

Die aus neun pädiatrischen Rheumatologen und drei Ophthalmologen bestehende Expertengruppe spricht 22 Empfehlungen mit überwiegend geringem Evidenzgrad aus, oft steht angesichts fehlender Studien die Expertenmeinung im Vordergrund. 

Die erste Empfehlung besagt, dass alle Patienten mit JIA-Verdachtsdiagnose rasch auf Uveitis gescreent werden sollten, um durch eine potenziell erforderliche frühe, aggressive Therapie irreversible Schäden verhüten zu können. Die Frequenz des Follow-up-Monitoring sollte anhand der Krankheitsschwere in Abstimmung mit einem Ophthalmologen festgelegt werden. Jedes Absetzen eines systemischen Immunsuppressivums (IS) erfordert unmittelbar ein Screening für eine neue oder rezidivierende Uveitis alle 3 Monate für mindestens 12 Monate.

Als First-line-Therapie werden topische Steroide (Prednisolonacetat- oder Dexamethason-Augentropfen) empfohlen. Aufgrund des damit assoziierten Katarakt-Risikos sollte die Dosis aber auf maximal drei Tropfen pro Tag limitiert werden. Topische und systemische NSAR als Monotherapie zeigen keine Wirkung, können aber begleitend, etwa zur Steroideinsparung, gegeben werden. Für Patienten mit unter topischen Steroiden persistierender Uveitis oder solchen mit ungünstigen prognostischen Faktoren bei Diagnosestellung werden IS empfohlen, wobei Methotrexat (MTX) die erste Wahl ist. Dies gilt auch, wenn mit topischen Steroiden binnen 3 Monaten keine inaktive Erkrankung erreicht wird oder die Entzündung während des Steroidtaperings wieder aufflammt. Zeigt MTX keine ausreichende Wirksamkeit oder wird schlecht vertragen, sollten Biologika erwogen werden. 

Basierend auf der gegenwärtigen Studienlage wird Adalimumab bei refraktärer JIA-Uveitis als First-line-Biologikum empfohlen, gefolgt von Infliximab und Golimumab, während von Etanercept aufgrund hoher Rezidivraten abgeraten wird. Jenseits von TNFα-Inhibitoren kann sich auch ein Therapieversuch mit Abatacept oder Tocilizumab lohnen. Bei Ineffektivität wird empfohlen, auf Anti-Drug-Antikörper (ADA) zu testen und den Talspiegel zu bestimmen. Sind keine ADA nachweisbar und der Talspiegel niedrig, sind eine Dosiseskalation oder kürzere Injektionsintervalle zu erwägen.

Generell bedarf es weiterer klinischer Studien – gerade auch in Bezug auf Biologika – bei JIA-assoziierter Uveitis, auch mangelt es noch an validierten Outcome-Parametern zur Lebensqualität, dem Grad der Einschränkung, zur Sehschärfe und zu strukturellen Komplikationen, betonten die Autoren.


Quelle: Ann Rheum Dis 2018; doi: 10.1136/annrheumdis-2018-213131