RHEUMATOIDE ARTHRITIS

Neue Daten zur Schubprädiktion bei DMARD-Reduktion

Die „Optimierung“, sprich Dosisreduktion, von bDMARDs kann bei Patienten mit rheumatoider Arthritis eine Option sein, die seit mindestens sechs Monaten in Remission sind. Allerdings birgt dieser Ansatz das Risiko eines Schubs, weshalb verlässliche Prädiktoren für die klinische Entscheidungsfindung gesucht werden. Einen Anlauf hierzu nahmen spanische Rheumatologen um Francisco J. Blanco, A Coruña, in der randomisierten, offenen Phase-IV-Nichtunterlegenheitsstudie OPTIBIO.

An fünf spanischen Krankenhäusern wurden 195 RA-Patienten in anhaltender Remission unter stabiler bDMARD-Therapie im Verhältnis 1:1 auf eine Standardbehandlung oder eine Dosisreduktion (Optimierung) randomisiert (n=99 vs. 96). Der primäre Endpunkt war der Vergleich des Anteils an Gelenkschüben (DAS28 >2,6, SDAI >3,3 oder Verlust von Boolean-Remission) nach 12 Monaten mittels Nichtunterlegenheits-Analyse in der Intention-to-treat-Population, sowie die Identifikation von Prädiktoren für Schübe und anhaltende Remission.

Insgesamt traten 39 Schübe im Optimierungs- bzw. Kontrollarm auf (22,7 vs. 17,2 %), entsprechend einer Risikodifferenz von -5,5 % (95% KI -16,8 % bis 5,7 %; p=0,33). Im Schub-freien Überleben war die Optimierung nach 12 Monaten nicht signifikant unterlegen (Hazard Ratio, HR 1,33; p=0,288), nach 18 (HR 1,91; p=0,025) und 24 Monaten (HR 1,87; p=0,010) dann aber doch. Zwei Vorhersagemodelle wurden entwickelt: eines für Schübe (AUC 0,84), welches DAS28-CRP, VAS-Schmerz, Erosionen, systolischen Blutdruck und Hämoglobin berücksichtigte, und ein weiteres für anhaltende Remission (AUC 0,77), das DAS28-CRP, Alter und RF beinhaltete. Die Hinzunahme molekularer Biomarker verbesserte die AUCs auf 0,91 bzw. 0,88. Signifikante Unterschiede bei Nebenwirkungen gab es nicht.

Die Dosisoptimierung von bDMARDs war hinsichtlich der Schubrate der Standardtherapie somit nicht nichtunterlegen, zeigte jedoch eine vergleichbare Sicherheit. Es wurden zudem Vorhersagemodelle für Remission und Schübe entwickelt, die (vor allem bei Einschluss bestimmter Einzelnukleotid-Polymorphismen) bei der Auswahl von Patienten für eine sichere Umsetzung dieser Strategie helfen könnten.

Quelle: Rheumatology 2026; doi: 10.1093/rheumatology/keag050