In der Studie wurden insgesamt 492 Patienten mit aktiver RA und unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit gegenüber einem TNF-Inhibitor unter stabiler MTX-Therapie im Verhältnis 1:1 auf 1x täglich 15 mg Upadacitinib (n=245) oder 40 mg Adalimumab alle zwei Wochen (n=246) randomisiert, die Ausgangsmerkmale waren in beiden Gruppen vergleichbar (77,4 % Frauen, im Mittel 55,6 Jahre, RA-Krankheitsdauer 10,2 Jahre, SJC/TJC 15,7 bzw. 22,6, DAS28-CRP 5,73). 89 % hatten den ersten TNF-Inhibitor – bei 70 % der Teilnehmer handelte es sich um Etanercept – aufgrund Unwirksamkeit abgesetzt, davon in 55 % dieser Fälle aufgrund einem primären Wirkversagen. Primärer Endpunkt war der Nachweis einer Überlegenheit hinsichtlich des Erreichens eines DAS28-CRP-Scores ≤3,2 (niedrige Krankheitsaktivität) in Woche 12. Die gerankten sekundären Endpunkte in Woche 12 waren (1) das Erreichen eines ACR50-Ansprechens, (2) das Erreichen einer DAS28-CRP-Remission <2,6 und die Veränderung gegenüber dem Ausgangswert im (3) DAS28-CRP, (4) der Schmerzen (auf einer NRS 0-10) und (5) im HAQ-DI.
DEUTLICHE VORTEILE FÜR WECHSEL AUF JAK-INHIBITOR
In Woche 12 wurde der primäre Endpunkt mit dem JAK-1-Inhibitor signifikant erreicht: Ein DAS28-CRP-Wert ≤3,2 wurde unter Upadacitinib (43,3 %) häufiger als unter Adalimumab (22,4 %) erzielt (Differenz 21,0 %, 95% KI 12,9–29,1; p<0,0001). Gleiches galt in Woche 12 für das ACR50-Ansprechen (38,2 vs. 26,8 %; p=0,0068), das Erreichen einer DAS28-CRP-Remission <2,6 (28,4 vs. 14,5 %; p=0,0002) (Abb.) und die mittleren Veränderungen (ab Baseline) des DAS28-CRP-Werts (-2,432 vs. -1,840; p<0,0001) sowie der Schmerzen (-3,165 vs. -2,373; p=0,0005), jedoch nicht für den HAQ-DI-Score (-0,523 vs. -0,496; p=0,5849).
Jenseits des DAS28-CRP zeigten sich in weiteren sekundären Endpunkten ebenfalls Vorteile von Upadacitinib versus Adalimumab im Erreichen einer niedrigen Krankheitsaktivität gemäß einem CDAI ≤10 (36,7 vs. 19,9 %; p<0,001) und SDAI ≤11 (38,1 vs. 20,7 %; p<0,001). Geringer fielen die Unterschiede in puncto Remission gemäß CDAI ≤2,8 (8,6 vs. 4,5 %), SDAI ≤3,3 (8,9 vs. 4,0 %) und auch DAS28-ESR (15,9 vs. 10,2 %) aus. Die Sicherheit war in beiden Behandlungsgruppen vergleichbar.
Im Ergebnis wurde der primäre Endpunkt der SELECT-SWITCH-Studie erreicht. Mehr RA-Patienten, die nach dem Versagen des ersten TNF-Inhibitors auf Upadacitinib wechselten, erreichten zu Woche 12 eine niedrige Krankheitsaktivität gemäß DAS28-CRP ≤3,2 im Vergleich zu denjenigen, die mit Adalimumab auf einen zweiten TNFi umgestellt wurden. Signifikante Vorteile des Wechsels des Therapieprinzips fanden sich auch in den meisten sekundären Endpunkten. Die Sicherheitsprofile beider Therapien waren vergleichbar mit früheren Studien. Genauere Aussagen sowohl zur langfristigen Effektivität als auch Sicherheit dürfte die noch laufende Weiterbeobachtung über bis zu 48 Wochen liefern.
Quelle: Ann Rheum Dis 2026; doi: 10.1016/j.ard.2026.03.013
