Insgesamt wurden 206 Patienten in die Studie eingeschlossen, davon erhielten 56,3 % i.v.-MP. Letztere wiesen häufiger ischämische Symptome zu Beginn auf. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zur Remission. Der Effekt von i.v.-MP auf die Zeit bis zur Remission wurde mittels inverser Wahrscheinlichkeitsgewichtung mit Adjustierung (IPWRA) geschätzt.
Im Ergebnis erreichten 196 Patienten (95,1 %) eine Remission nach median 8,6 Wochen (p=0,287). Die IPWRA-Analyse zeigte, dass i.v.-MP mit einer kürzeren Zeit bis zur Remission verbunden war (durchschnittlicher Behandlungseffekt -14,2 Wochen, 95% KI -20,5 bis -7,8; p<0,001). In der adjustierten Regressionsanalyse war i.v.-MP mit einer höheren Remissionswahrscheinlichkeit assoziiert (Hazard Ratio, HR 2,44, 95% KI 1,66–3,59; p<0,001). Patienten, die mit i.v.-MP behandelt wurden, erhielten überdies eine signifikant niedrigere mediane kumulative Prednisolon-Dosis (733 vs. 1.902 mg; p<0,001) und durchschnittliche tägliche Prednisolon-Dosis bis zur Remission (13,6 vs. 30 mg; p<0,001). Nach drei Monaten benötigte die i.v.-MP-Gruppe niedrigere tägliche und kumulative Prednisolon-Dosen und wies weniger Fälle von Typ-2-Diabetes und Osteoporose auf.
In dieser spanischen Real-World-Kohorte war somit die Anwendung von i.v.-MP-Pulsen während der Induktionstherapie mit einer schnelleren Remission und einer signifikanten GK-Einsparung ohne erhöhte kurzfristige Toxizität assoziiert.
Diese Ergebnisse legen eine Neubewertung des Einsatzes von i.v.-MP über Patienten mit ischämischen Manifestationen hinaus nahe, erfordern aber zwingend eine prospektive Bestätigung.
Quelle: Arthritis Res Ther 2026; 28(1): 90
