In die Studie gingen 204 Patienten mit früher RA ein, die zum Zeitpunkt des RA-Beginns und während des Follow-up auf eine Lungenbeteiligung untersucht wurden. Die kumulative Inzidenz nach vier und acht Jahren, die Inzidenzrate (IR) und die Häufigkeit wurden für die verschiedenen Manifestationen berechnet und mittels Cox-Regression potenzielle Risikofaktoren analysiert. Bei 43,6 % der Patienten wurde eine pulmonale Beteiligung festgestellt. Die kumulative Inzidenz stieg von 17,5 % nach vier auf 25,2 % nach acht Jahren. Die IR betrug 42,0 bzw. 50,2 pro 1.000 Personenjahre bei Patienten ohne und mit Vorerkrankungen der Lunge. Die Untersuchungsstrategie erwies sich als effektiv und ermöglichte die Entdeckung asymptomatischer Lungenbeteiligungen bei 25 % der Patienten.
Die häufigsten Manifestationen waren die ILD (22,5 %) und Bronchiektasen (22,1 %), gefolgt von follikulärer Bronchiolitis (7,8 %), pulmonalen Knoten (5,4 %), Pleurabeteiligung (3,4 %) und obliterierender Bronchiolitis (1 %). Die IRs betrugen 20,4 für Bronchiektasen, 16,2 für ILD, 6,9 für follikuläre Bronchiolitis, 4,9 für pulmonale Knoten, 2,0 für Pleurabeteiligung und 1,0 für obliterierende Bronchiolitis. Bronchiektasen zeigten die höchste kumulative Inzidenz (8,8 % nach vier und 12,9 % nach acht Jahren), gefolgt von ILD (7,5 und 11,6 %). Ein RA-Beginn im Alter von ≥60 Jahren war unabhängig mit einer Lungenbeteiligung (Hazard Ratio, HR 2,22; 95% KI 1,20–4,11), ILD (HR 3,36; 95% KI 1,23–9,20) und Bronchiektasen (HR 2,42, 95% KI 1,07–5,43) assoziiert, männliches Geschlecht mit ILD (HR 5,11; 95% KI 1,52–17,13).
Proaktives Screening identifizierte eine hohe Inzidenz von ILD und Atemwegserkrankungen bei früher RA und unterstützt somit eine routinemäßige pulmonale Untersuchung, um die Früherkennung und das Behandlungsergebnis der Patienten zu optimieren.
Quelle: Arthritis Res Ther 2026; 28(1): 54
