Die Studie umfasste 2.010 Patienten aus dem SLICC-Register, Wisconsin, sowie internationalen und französischen Studien, bei denen HCQ-Blutspiegel gemessen wurden. Mithilfe adjustierter Spline- und logistischen Regressionsanalysen der Querschnittsdaten wurde zunächst ein HCQ-Blutspiegel identifiziert, der mit einer erhöhten HCQ-Toxizität assoziiert ist. Anschließend wurde geprüft, ob der obere Schwellenwert supratherapeutisch ist (keine weitere Risikoreduktion für SLEDAI-2K ≥6). Zusätzlich wurde die Assoziation zwischen dem Stadium der chronischen Nierenerkrankung (CKD) und supratherapeutischen (toxischen) HCQ-Blutspiegeln untersucht.
Unter den 1.842 Patienten (nach Ausschluss von 168 Patienten mit sehr niedrigen HCQ-Blutspiegeln) zeigten 4,9 % eine HCQ-assoziierte Toxizität. Die Wahrscheinlichkeit für eine Toxizität war bei Blutspiegeln ≥1.150 ng/ml um das 2,1-Fache und bei einer kumulierten HCQ-Dosis pro 1.000 g Anstieg um das 1,7-Fache erhöht. Blutspiegel ≥1.150 ng/ml waren mit einer Sättigung des therapeutischen Effekts verbunden, was auf supratherapeutische Spiegel hindeutet. Patienten mit CKD-Stadium ≥3 hatten eine 2,3-fach höhere Wahrscheinlichkeit, supratherapeutische Spiegel (≥1.150 ng/m) aufzuweisen.
Der therapeutische Referenzbereich für ein HCQ-Blutspiegel-Monitoring liegt demnach bei 750-<1.150 ng/ml. Die Überwachung des HCQ-Spiegels könnte insbesondere bei Patienten mit CKD-Stadium ≥3 die Anwendung von HCQ optimieren. Zukünftige Langzeitstudien sind erforderlich, um den Nutzen der Überwachung des HCQ-Blutspiegels zur Dosisoptimierung zu validieren – interessant erscheint dieses Konzept trotz höheren Aufwands durchaus.
Quelle: Arthritis Rheumatol 2025; doi: 10.1002/art.70010
