AXIALE SPONDYLOARTHRITIS

Langzeiteffekte von NSAR auf radiografische Progression

Zur Frage, ob und inwieweit NSAR bei Patienten mit axialer Spondyloarthritis jenseits der Schmerzlinderung auch zur Hemmung der radiografischen Progression beitragen, lieferten Studien durchaus unterschiedliche Ergebnisse. Deutsche Rheumatologen um Murat Torgutalp, Berlin, veröffentlichten jetzt neue Daten aus dem GESPIC-Register, in dem der Einfluss von NSAR, sowohl von COX-2-Inhibitoren als auch nicht-selektiven (ns-)NSAR, auf die radiografische Progression der Wirbelsäule bei radiografischer und nicht-radiografischer axSpA (r-/nr-axSpA) exploriert wurde.

Anhand von Daten aus der deutschen GESPIC-Kohorte wurden Analysen an 252 axSpA-Patienten (139 nr-axSpA und 113 r-axSpA) durchgeführt, von denen mindestens zwei Sets von Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule vorlagen. Der Endpunkt war die Progression im modifizierten Stoke Ankylosing Spondylitis Spine Score (mSASSS) in 2-Jahres-Intervallen (pro 10 Punkt-Erhöhung im NSAR-Einnahmescore). Es wurden sequenzielle Modelle des Mittelwerts mithilfe generalisierter Schätzgleichungen erstellt und dabei für longitudinal wiederholte Expositionsmessungen und zeitabhängige Störfaktoren adjustiert.

Zu Studienbeginn befanden sich 201 Patienten (80 %) unter NSAR-Behandlung, davon nahmen 46 (18 %) COX-2-Inhibitoren und 156 (62 %) ns-NSAR ein, der durchschnittliche Gesamtscore der NSAR-Einnahme lag bei 38,3. Eine Erhöhung des NSAR-Einnahmescore um 10 Punkte war mit einer Verlangsamung der radiografischen Progression verbunden (b= -0,052; 95% KI -0,097 bis -0,007), wobei dieser Effekt bei r-axSpA-Patienten am stärksten ausgeprägt war (b= -0,077; 95% KI -0,152 bis -0,003). COX-2-Inhibitoren zeigten einen etwas niedrigeren Punktschätzer (wenn auch nicht statistisch signifikant) für die Progression im Vergleich zu ns-NSAR bei allen axSpA-Patienten (b= -0,061 bzw. -0,045).

Die Ergebnisse deuten auf einen günstigen Effekt einer höheren NSAR-Einnahme, vor allem von COX-2-Hemmern, auf die Verlangsamung der radiografischen Progression bei axSpA hin. Diese Erkenntnisse können hilfreich bezüglich der Therapiestrategie bei r-axSpA sein, während für nr-axSpA noch weitere Forschung notwendig ist.

Quelle: Arthritis Rheumatol 2025; doi: 10.1002/art.4344