RHEUMATOIDE ARTHRITIS

Langfristig geringeres Erkrankungsrisiko durch Abatacept

Randomisiert-kontrollierte Studien zur Prävention der rheumatoiden Arthritis (RA) bei Risikopersonen mit klinisch suspekter Arthralgie (CSA) haben unterschiedliche Ergebnisse gezeigt. Auch das Langzeitoutcome einer frühen Intervention ist bislang nicht ausreichend geklärt. Britische Rheumatologen um Andrew P. Cope, publizierten jetzt die Ergebnisse zu Abatacept aus der ALTO-Langzeitstudie, die an die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-IIb-Studie APPIPRA anschloss.

An 28 britischen und drei niederländischen Früharthritis-Kliniken wurden 213 ACPA-positive Personen mit Arthralgie in die APIPPRA-Studie eingeschlossen. Die Teilnehmer erhielten entweder 52 wöchentliche s.c.-Injektionen von 125 mg Abatacept (n=110) oder Placebo (n=103), gefolgt von einem 52-wöchigen Follow-up. Die weiter doppelblinde APIPPRA Long-Term Outcome (ALTO)-Studie verlängerte die Nachbeobachtung auf 4 bis 8 Jahre. Primärer Endpunkt war, stratifiziert nach dem initialen Autoantikörperprofil, die Zeit ab Randomisierung bis zur Entwicklung einer klinischen Synovitis in ≥3 Gelenken, einer RA gemäß den ACR/EULAR-Kriterien 2010 oder dem ersten Einsatz eines DMARD, je nachdem, welches Kriterium zuerst erfüllt wurde. 

Insgesamt 143 APIPPRA-Studienteilnehmer nahmen an ALTO teil: 71 in der Abatacept- und 72 in der Placebo-Gruppe (im Mittel 48,2 Jahre, 78 % Frauen). Das mediane Follow-up ab Randomisierung betrug 55 Monate. Die Anzahl der primären Ereignisse stieg von 54 auf 119. Der anfängliche Unterschied in der Arthritis-freien Überlebenszeit zwischen den Gruppen, wie er nach 2 Jahren in APIPPRA festgestellt wurde, blieb nach 4 Jahren signifikant (4,9 Monate, 95% KI 0,1–9,6; p=0,044), wenngleich die Differenz im Zeitverlauf abnahm. Weder die Beurteilung der Krankheitsaktivität noch die von den Patienten berichteten Ergebnisse ergaben nach der Behandlungsphase signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Teilnehmende mit einem breiten Autoantikörperprofil zu Studienbeginn hatten das höchste Risiko für eine Progression, sprachen jedoch besser auf Abatacept an. Es traten 18 vs. 13 schwere unerwünschte Ereignisse (ohne Bezug zur Studienmedikation) auf.

In dieser Risikopopulation verzögerte eine einjährige Abatacept-Therapie die Progression zur RA für bis zu vier Jahre. Personen mit dem höchsten Progressionsrisiko, die ein breites Autoantikörperprofil aufwiesen, sprachen besonders gut auf Abatacept an. Ohne eindeutige „at-risk“-Definition bleibt diese Intervention aber letztlich eine Einzelfallentscheidung.

Quelle: Lancet Rheumatol 2026; 8(3): e171-e180