POSTMENOPAUSALE OSTEOPOROSE

Kürzere Romosozumab-Therapie theoretisch denkbar

Bei postmenopausaler Osteoporose erhöht Romosozumab über seine osteoanabole Wirkung sehr effektiv die Knochendichte (BMD). Der osteoanabole Effekt lässt jedoch nach einigen Monaten nach. Die Anwendung ist durch hohe Kosten, den Aufwand monatlicher Injektionen sowie durch das kardiovaskuläre Risikoprofil begrenzt. In der 12-monatigen, prospektiven, offenen, randomisierten, kontrollierten Nicht-Unterlegenheitsstudie LIDA untersuchten US-amerikanische Experten um Benjamin Z. Leder, Boston, ob eine kürzere, 3-monatige Romosozumab-Therapie ebenso wirksam ist wie das 12-Monats-Standardregime.

Insgesamt 50 postmenopausale Frauen mit hohem Frakturrisiko (im Mittel 69,6 Jahre) wurden in einem großen US-Zentrum auf 3 Monate Romosozumab (210 mg s.c., monatlich) gefolgt von 9 Monaten Denosumab (60 mg s.c., alle 6 Monate; 3-Monats-Gruppe) oder 12 Monate Romosozumab (12-Monats-Gruppe) randomisiert (n=24 vs. 26). Primärer Endpunkt war die prozentuale BMD-Veränderung im gesamten Hüftbereich (modifizierte ITT-Analyse). Die durchschnittliche BMD-Veränderung im Hüftbereich nach 12 Monaten lag bei 5,7 vs. 6,0 % in der 3- bzw. 12-Monats-Gruppe, womit die vordefinierte Nicht-Unterlegenheitsgrenze von 2 % erreicht wurde. Nebenwirkungen (Rückenschmerzen, Husten, Fatigue, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe/-schmerzen, Palpitationen, Parästhesien, Reaktionen an der Injektionsstelle, Rhinorrhö, Hautausschlag und Schwellungen) traten ähnlich häufig auf.

Bei postmenopausalen Frauen mit hohem Frakturrisiko war somit die off-label-Behandlung mit 3 Monaten Romosozumab, gefolgt von 9 Monaten Denosumab, der 12-monatigen Romosozumab-Gabe in Bezug auf die Erhöhung der Knochendichte im Hüftbereich nicht unterlegen. Angesichts der Kosten, Belastung durch Injektionen und potenzieller Nebenwirkungen von Romosozumab könnte das verkürzte Schema womöglich in bestimmten Fällen eine Option sein.

Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2026; 14(3): 216-222