Rheumatoide Arthritis

Krebsrisiko unter Biologika nicht erhöht

Das Krebsrisiko von RA-Patienten, die eine Therapie mit einem TNFα-Inhibitor als erstes oder zweites Biologikum, Tocilizumab, Abatacept oder Rituximab beginnen, unterscheidet sich nicht von jenen Biologika-naiven, nur mit csDMARDs behandelten Patienten, auch wenn veränderte Risiken für spezifische Krebsentitäten oder solche mit längerer Latenz nicht gänzlich auszuschließen sind, folgerten Hjalmar Wadström, Stockholm (Schweden), und Kollegen aus Daten ihrer auf einem nationalen Register basierenden prospektiven Kohortenstudie.

Erfasst wurden fünf Outcomes: ein erster invasiver oder hämatologischer maligner Tumor (außer Nicht-Melanom-Hautkrebs, NMSC), ein erster invasiver solider maligner Tumor (außer NMSC), ein erster invasiver hämatologischer maligner Tumor, ein erstes invasives Plattenepithelkarzinom und ein erstes invasives Melanom. Dokumentiert wurden 15.129 Initiationen eines TNFα-Inhibitors als erstes oder zweites bDMARD, 7.405 eines anderen bDMARDs und 46.610 eines csDMARDs. Die beobachtete Anzahl von Ereignissen (krude Inzidenz pro 100.000 Patientenjahre) eines ersten invasiven soliden oder hämatologischen Tumors betrugen für Tocilizumab 50 (959), für Abatacept 61 (1.026), für Rituximab 141 (1.074), für TNFα-Inhibitoren als erstes 478 (978) und 169 (917) für diese als zweites bDMARD.

Im Ergebnis gab es keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Initiatoren eines ersten oder zweiten Anti-TNFs, anderen bDMARDs oder nur mit csDMARDs behandelten RA-Patienten für sämtliche der 25 Wirkstoff- und Outcome-spezifischen Vergleiche mit Ausnahme eines erhöhten Risikos für Plattenepithelkarzinome unter Abatacept (letzteres basierend aber auf nur 17 Ereignissen versus csDMARDs). Es wurde kein erhöhtes Risiko für maligne Neoplasmen insgesamt gesehen und auch kein Anstieg bei Patienten, die einen TNFα-Inhibitor als zweites Biologikum erhielten. 

Die vorgenommenen Analysen bestätigen letztlich die Erkenntnisse anderer europäischer Biologika-Register, in denen (mit Ausnahme für NMSC) gleichfalls kein erhöhtes Tumorrisiko gegenüber csDMARDs registriert wurde.      

Quelle: JAMA Intern Med 2017; 177(11): 1605-1612