In der Studie wurden bei allen 1.419 RA-Patienten (ohne RA-ILD zu Beginn, mittleres Alter 56 Jahre, 68 % seropositiv für ACPA und/oder RF) jährlich der DAS28 und damit assoziierte klinische Daten erhoben sowie bildgebend (HRCT) die spätere Diagnose einer RA‐ILD bestätigt. Die Bestimmung der Hazard ratios (HRs) für RA-ILD anhand des DAS28 erfolgte mittels Cox-Regression mit Adjustierung auf bekannte RA-ILD-Risikofaktoren wie z. B. Alter, Geschlecht, Rauchen, Krankheitsdauer und Serostatus. In weiteren Analysen wurde auch auf andere Einflussfaktoren wie z. B. eine Therapie mit Glukokortikoiden (GK), Methotrexat (MTX) oder bereits vorliegenden Knochenerosionen und Rheumaknoten adjustiert. Im Verlauf des durchschnittlich 8,9-jährigen Follow-up wurden insgesamt 85 inzidente Fälle einer RA-ILD identifiziert.
In der Subgruppe mit einer moderaten bis hohen Krankheitsaktivität zeigte sich im Vergleich zu jener mit Remission bzw. niedriger Aktivität im DAS28 eine multivariate adjustierte HR von 2,22 (95% KI 1,28-3,82) für RA-ILD. Das Risiko für die Entwicklung einer RA-ILD stieg über die Krankheitsaktivitäts-Kategorien kontinuierlich an: multivariate HR 1,00 (Referenz) für Remission, 1,41 (95% KI 0,61-3,28) für eine niedrige Krankheitsaktivität, 2,08 (95% KI 1,06-4,05) für eine mäßige und schließlich 3,48 (95% KI 1,64-7,38) für eine hohe Krankheitsaktivität (p für Trend =0,001). Für jeden Anstieg im DAS28 um eine Einheit erhöhte sich das Risiko für eine RA‐ILD um 35 %. Auch nach Einberechnung fehlender DAS28-Daten und Adjustierung auf GK- oder MTX-Gebrauch sowie andere Faktoren änderte sich nichts an diesem Ergebnis.
Eine aktive artikuläre RA war somit mit einem erhöhten Risiko für RA-ILD verbunden, eine konsequente Reduktion der systemischen Entzündung könnte also auch dieses Risiko positiv beeinflussen.
Quelle: Arthritis Rheumatol 2019; 71(9): 1472-1482
