AXIALE SPONDYLOARTHRITIS

Komorbiditäten erhöhen Risiko für radiologische Progression

Ob bei Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) die initiale Komorbiditätslast sowie extra-muskuloskelettale Manifestationen (EMMs) – Psoriasis, Uveitis, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) – mit einer radiologischen Progression der Wirbelsäule assoziiert sind, untersuchte eine internationale Studiengruppe um Matthew A. Brown, London (Großbritannien).

Analysiert wurden die modifizierten New-York-Kriterien erfüllende axSpA-Patienten, bei denen ≥1 laterale Röntgenaufnahme der Hals- oder Lendenwirbelsäule (HWS/LWS) vorlag. Die radiologische Progression wurde mithilfe des mSASS-Score quantifiziert, wobei Werte von 1 an einzelnen Wirbelecken ausgeschlossen wurden (Bereich 0-48). Als Expositionen dienten die Anzahl der selbstberichteten Komorbiditäten (0, 1, 2, ≥3) sowie Vorliegen der jeweiligen EMMs zu Studienbeginn. Die zeitliche Veränderung des mSASSS (Einheiten pro 10 Jahre) unter Berücksichtigung von Interaktionen zwischen Exposition und Follow-up-Zeit wurde mittels verallgemeinerter Schätzgleichungen modelliert. Die Modelle wurden adjustiert für Baseline-mSASSS, Geschlecht, Symptomdauer, CRP, HLA-B27-Status, Rauchen, Anwendung von TNF-Inhibitoren sowie Anzahl der EMMs bzw. Komorbiditäten.

Bei 1.150 Personen (im Mittel 44 Jahre; 75 % Männer, 84 % HLA-B27-positiv) wurden Daten aus 3.441 Patientenjahren analysiert (medianes Follow-up 2 Jahre; 2 Röntgenaufnahmen). Im Vergleich zu Patienten ohne Komorbiditäten war die Progression bei Patienten mit 2 Komorbiditäten (2,7 Einheiten/10 Jahre; 95% KI 1,9-3,5) sowie mit ≥3 Komorbiditäten (2,3 Einheiten/10 Jahre; 95% KI 1,5-3,1) stärker ausgeprägt. Uveitis (2,2 Einheiten/10 Jahre; 95% KI 1,3-3,0) und Psoriasis (2,4 Einheiten/10 Jahre; 95% KI 1,4-3,5) waren – im Gegensatz zur CED – mit einer stärkeren Progression assoziiert. Geschlechtsspezifische Analysen deuteten darauf hin, dass die spinale Progression bei Frauen mit Psoriasis stärker ausfiel als bei Männern mit Psoriasis. Bei Vorliegen von Uveitis oder Psoriasis zeigten sich vorwiegend Veränderungen im HWS-Bereich.

Die Komorbiditätslast sowie das Vorliegen von Uveitis oder Psoriasis sind somit unabhängig mit einer stärkeren radiologischen Progression der Wirbelsäule bei axSpA assoziiert, was die Risikostratifizierung und Therapie beeinflussen sollte.

Quelle: Rheumatology 2026; 65(6): keag247