RHEUMATOIDE ARTHRITIS

Knochenverlust kann durch b/tsDMARDs nicht gestoppt werden

Osteoporose verursacht Frakturen, die die Krankheitslast bei rheumatoider Arthritis weiter erhöhen. Die Behandlungsraten von Osteoporose sind jedoch weiterhin niedrig. Obwohl mehrere Studien darauf hindeuteten, dass b/tsDMARDs Osteoporose bei RA verhindern oder das Risiko hierfür reduzieren können, blieben noch offene Fragen. Eine groß angelegte Real-World-Studie japanischer Rheumatologen um Yoshiya Tanaka, Fukuoka, lässt nun darauf schließen, dass eine alleinige einjährige Anwendung von b/tsDMARDs das Fortschreiten der Osteoporose nicht aufhält.

Ziel der multizentrischen Beobachtungsstudie war es, Langzeitveränderungen der Knochenmineraldichte (BMD) zu untersuchen. Die BMD wurde bei Patienten mit aktiver RA, die b/tsDMARDs erhielten, bis zu fünf Jahre lang beobachtet.

Der primäre Endpunkt war die Veränderung der BMD (T-Score), der sekundäre Endpunkt die Veränderung von T-Score-bezogenen Faktoren. Insgesamt wurden 797 RA-Patienten eingeschlossen (im Mittel 61,4 Jahre, 77,2 % Frauen, durchschnittliche RA-Dauer 60,9 Monate), davon 645 ohne und 151 mit spezifischer Anti-Osteoporose-Therapie. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 3,1 Jahre (2.489 Patientenjahre).

Der Krankheitsaktivität gemäß Clinical Disease Activity Index (CDAI) verbesserte sich in beiden Gruppen (von 26,0 bzw. 24,4 auf 6,6 bzw. 6,8). Die T-Scores sanken im Femurhals und Radius in der Gruppe ohne Osteoporose-Therapie signifikant, nicht jedoch in der Gruppe mit einer solchen (mittlere Veränderung -0,11/-0,33; je p<0,001 vs. -0,01/-0,10; p=0,830 bzw. 0,071). Insgesamt zeigte sich bei 460 Patienten (58 %) eine Reduktion des T-Scores, 9 % entwickelten eine Osteoporose. Ein hoher T-Score zu Studienbeginn korrelierte mit einem nachfolgenden Abfall, während eine längere Osteoporose-Behandlungsdauer mit einem Anstieg korrelierte. Unerwarteterweise zeigten die Dauer der Anwendung von b/tsDMARDs und der mittlere CDAI-Wert während des Follow-up keine Assoziation mit dem Erhalt der BMD.

FAZIT: Selbst bei Kontrolle der RA-Aktivität durch b/tsDMARDs sank die Knochendichte weiter. Diese Studie unterstreicht die Bedeutung der Betrachtung von Osteoporose als eigenständigen Aspekt der RA, unabhängig von der Entzündungskontrolle.

Quelle: Arthritis Rheumatol 2026; doi: 10.1002/art.70125