ANTIPHOSPHOLIPID-SYNDROM

Kardiovaskuläre Risikofaktoren oft unzureichend kontrolliert

Die EULAR-Empfehlungen zum kardiovaskulären (CV) Risikomanagement betonen die Bedeutung der Kontrolle traditioneller CV-Risikofaktoren beim Antiphospholipid-Syndrom (APS). Dennoch bleibt unklar, wie gut die Zielwerte dieser Risikofaktoren bei APS erreicht werden und worin die Unterschiede zwischen primärem APS und mit systemischem Lupus erythematodes (SLE)-assoziiertem APS bestehen. Mehr Klarheit schafft jetzt eine auf SURF-SLE und dem APS-Projekt basierende Querschnittsstudie internationaler Experten um Maria G. Tektonidou, Athen (Griechenland).

Eingeschlossen wurden 1.003 erwachsene, die revidierten Sapporo-Klassifikationskriterien erfüllende APS-Patienten (78 % Frauen, medianes Alter und Krankheitsdauer 47,0 bzw. 11,0 Jahre) aus 17 Zenten in 11 Ländern. Von diesen hatten 54 % ein primäres und 46 % ein SLE-assoziiertes APS (letztere erfüllten zusätzlich die SLICC-Kriterien für SLE). Das CV-Risiko wurde mittels SCORE-Algorithmus bewertet, das Erreichen der Zielwerte für CV-Risikofaktoren nach den ESC-Leitlinien. Es wurden nicht-adjustierte und adjustierte logistische Regressionsmodelle berechnet.

Es zeigte sich eine hohe Prävalenz von CV-Risikofaktoren (Hypertonie 41 %; Hyperlipidämie 34 %; Adipositas 32 %; aktuelles Rauchen 19 %) sowie eine unzureichende individuelle (Blutdruck ≤130/80 mmHg, BMI und Lipide) und kombinierte Kontrolle der CV-Risikofaktoren bei allen Patienten. Eine höhere Prävalenz von Hypertonie (50 vs. 33 %; p<0,0001) und Hyperlipidämie (40 vs. 30 %; p=0,0009) wurde beim SLE-assoziierten APS im Vergleich zum primären APS beobachtet, jedoch eine geringere Prävalenz des aktuellen Rauchens (16 vs. 22 %; p=0,012). Patienten mit primärem APS erreichten die Zielwerte für Rauchstopp (78 vs. 84 %; p=0,012), Blutdruck ≤130/80 mmHg (48 vs. 57 %; p=0,0067) und ≥2 Risikofaktorziele (Rauchen, BMI, Blutdruck, LDL) schlechter als Patienten mit SLE-assoziiertem APS. Ebenso schnitten sie schlechter beim Erreichen dieser Zielwerte in der Subgruppe mit hohem und sehr hohem CV-Risiko ab. Alter und anamnestische arterielle Thrombosen waren mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit verbunden, ≥3 oder alle 4 CV-Risikofaktorziele zu erreichen.

In dieser großen Real-World-Studie wurde bei APS-Patienten eine hohe Prävalenz und eine suboptimale Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren festgestellt – insbesondere bei Patienten mit primärem APS, deren CV-Risiko oft übersehen wird.

Quelle: Lancet Rheumatol 2025; doi: 10.1016/S2665-9913(25)00257-7