In die retrospektive Studie gingen 103 EGPA-Patienten ein, bei deren Erstvorstellung ausführliche multidisziplinäre körperliche Untersuchungen und labordiagnostische Abklärungen erfolgten. Kardiale Ereignisse wurden als EGPA-bedingte Auffälligkeiten im EKG, in der Echokardiografie, der kardialen MRT, der invasiven Koronarangiografie oder der kardialen Histopathologie definiert. Bei 36 Patienten (35 %) wurden kardiale Manifestationen diagnostiziert. Patienten mit EGPA und kardialer Beteiligung zeigten typische Symptome der EGPA zusammen mit erhöhten kardialen Biomarkern. Perikarditis (77 %), Kardiomyopathie mit Herzinsuffizienz (55 %) und gesicherte Myokarditis (36 %) waren die häufigsten Diagnosen, die in einigen Fällen zu kardiogenem Schock (14 %) oder Herzstillstand (6 %) führten. Koronarspasmen, die Myokardinfarkte verursachten, wurden als lebensbedrohliche kardiale Manifestation bei 8 % der EGPA-Patienten mit kardialer Beteiligung identifiziert. Insgesamt wiesen solche Patienten eine signifikant höhere Krankheitsaktivität und schlechtere Prognose auf, mit erhöhten medianen Eosinophilenzahlen und CRP-Werten.
Eine kardiale Beteiligung ist eine häufige Erstmanifestation der EGPA und geht mit einer erhöhten systemischen Krankheitsaktivität einher. Neben Perikarditis und Myokarditis wurden Koronarspasmen als seltene und schwere EGPA-Manifestation identifiziert. Folglich können Patienten bereits im Frühstadium der Erkrankung mit fortgeschrittener kardialer Beeinträchtigung vorstellig werden, was die Notwendigkeit einer frühzeitigen Diagnostik und Therapie zur Verbesserung der Prognose unterstreicht.
Quelle: RMD Open 2025; 11(4): e005816
