In der Studie waren 140 Patienten mit symptomatischer Gonarthrose (Kellgren-Lawrence Grad 2-3) und Synovitis für zwei Jahre eingeschlossen und hatten alle drei Monate intraartikulär Triamcinolon (40 mg in 1 ml) oder eine Kochsalzlösung injiziert bekommen. Jährlich wurde mit dem MRT das Knorpelvolumen erfasst sowie alle drei Monate der WOMAC-Score mit der Likert-Schmerz-Subskala (0-20; klinisch bedeutsame Differenz 3,94). 85 % der Teilnehmer (Schmerzcore ≥2, ≤8) schlossen die Studie ab.
Die Ergebnisse waren ernüchternd: Intraartikuläres Triamcinolon resultierte im Gegenteil gegenüber der Kochsalzlösung sogar in einem signifikant größeren Knorpelverlust mit einer medianen Veränderung der Knorpeldicke im Index-Kompartiment von -0,21 vs. -0,10 mm. Keine Unterschiede zeigten sich beim freigelegten Knorpelanteil oder beim Ergussvolumen im Kniegelenk. Auch die Knieschmerzen wurden nicht signifikant verbessert. Die Abnahme betrug in den zwei Jahren nur 1,2 bzw. 1,9 Punkte unter dem Steroid und Placebo. Und auch in puncto Funktion und Gelenksteife waren die Effekte in beiden Gruppen gleich.
Letztlich kommen die Autoren zu dem Schluss, diese Therapie in diesem Patientenkollektiv nicht zu empfehlen – offenbar kommen negative katabole Effekte des Steroids stärker zum Tragen als die womöglich bezüglich des Knorpelverlusts überschätzten antientzündlichen Wirkungen.
Quelle: JAMA 2017; 317(19): 1967-1975
