PSORIASIS-ARTHRITIS

Interleukin-17A/F-Nanokörper überzeugt in Phase-II

Bei der Psoriasis-Arthritis (PsA) wurden mit Interleukin (IL)-17-Inhibitoren gute Ergebnisse erzielt, zuletzt mit Bimekizumab, einem dualen IL-17A/F-Hemmer. Doch selbst mit letzterem erreichten weniger als 50 % der Patienten in Phase-III eine minimale Krankheitsaktivität (MDA). Ebenfalls an IL-17A und -F greift der Nanokörper Sonelokimab an, von dem man sich durch die im Vergleich zu einem Antikörper weitaus geringere Molekülgröße eine bessere Gewebspenetration und dadurch höhere Wirksamkeit erhofft. Die von einer internationalen Studiengruppe um Iain B. McInnes, Glasgow (Großbritannien), publizierten Daten der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-II-Studie ARGO sind durchaus vielversprechend.

Insgesamt 207 Patienten mit aktiver PsA wurden 1:1:1:1:1 auf s.c. Sonelokimab 120 oder 60 mg alle 4 Wochen (Q4W) mit Induktionsphase, 60 mg Q4W ohne Induktion, Placebo oder Adalimumab (Referenzarm) randomisiert. Der primäre Endpunkt, ein ACR50-Ansprechen in Woche 12, wurde unter Sonelokimab 60 und 120 mg mit Induktion erreicht (46,3 bzw. 46,5 % vs. 20,0 % mit Placebo; p<0,05 bzw. p<0,01). Bis Woche 24 stieg das ACR50-Ansprechen weiter an, unter der 120 mg-Dosis auf 61 %. Überdies zeigten sich signifikante Vorteile bei den wichtigsten sekundären Endpunkten ACR20 (78,0 bzw. 72,1 % vs. 37,5 %; p< 0,001 bzw. p=0,002) und PASI 90 in Woche 12 (76,9 bzw. 59,3 % vs. 15,4 % (p<0,001 bzw. p=0,003). In Woche 24 kam es bei Patienten auf Sonelokimab zu deutlichen Verbesserungen bei den ambitionierten kombinierten Endpunkten ACR70 + PASI 100 (explorativ) und MDA (sekundär), die bis zu 48 % (120 mg) bzw. 61 % (60 mg) der Teilnehmer erreichten (jeweils mit Induktion).

Der duale IL-17A/F-Nanokörper wurde gut vertragen, die häufigsten behandlungsbedingten Nebenwirkungen waren Nasopharyngitis (60 mg = 6,1 %; 120 mg = 5,2 %), Infektionen der oberen Atemwege (6,1 bzw.  4,1 %), Rötungen an der Injektionsstelle (3,7 bzw. 3,1 %) und Kopfschmerzen (2,4 bzw. 4,1 %). Nicht unerwartet wurden vier Fälle einer leichten bis moderaten oraler Candidose verzeichnet (2,4 bzw. 2,1 %).

Insgesamt führte Sonelokimab somit zu erheblichen Verbesserungen der PsA-Symptomatik über verschiedene Endpunkte und Manifestationen hinweg. Mit IZAR-1 (mit bDMARD-naiven Patienten) und IZAR-2 (nach Anti-TNF-Versagen) sind bereits zwei Phase-III-Studien bei PsA angelaufen, letztere mit dem IL-23-Inhibitor Risankizumab als aktiver Referenz (aber leider ohne direktem Vergleich mit Bimekizumab).       

Quelle: Nat Med 2025; doi: 10.1038/s41591-025-03971-6