Eingeschlossen wurden SSc-ILD-Patienten, die die 2013er ACR/EULAR-Kriterien erfüllten und eine mittels HRCT bestätigte ILD, Lungenfunktions- sowie Therapiedaten aufwiesen. Die Patientengruppen wurden in vier Zeitperioden eingeteilt (≤2006, 2007–2011, 2012–2016 und ≥2017). Analysiert wurden der Beginn, Wechsel und Abbruch von Immunsuppressiva sowie Kombinationstherapien. Als ILD-Progression galt ein Rückgang der %FVC um ≥5 % oder der %DLCO um ≥10 % über 12 Monate. Bei 1.409 Patienten stieg die Anwendung von Immunsuppressiva bei der Erstuntersuchung signifikant von 13,6 % (≤2006) auf 57,4 % (≥2017; p<0,001). Mycophenolat Mofetil erwies sich als das am häufigsten verschriebene Immunsuppressivum (Anstieg von 7 auf 57 %; p<0,001). Die Kombinationstherapie nahm von 17,9 auf 26,9 % zu (p<0,001), während die Progressionsrate der ILD von 21,3 % (2007-2011) auf 12,1 % (≥2017; p<0,001) sank. In der Kohorte ≥2017 zeigte die logistische Regression, dass eine kürzere Krankheitsdauer (Odds Ratio, OR 0,991, 95% KI 0,987–0,996; p<0,001) und Myositis (OR 9,9, 95% KI 1,94-51,76; p=0,006) mit dem Therapiebeginn assoziiert waren. Ein Therapiewechsel war hingegen häufiger bei Patienten mit einem höheren mRSS (OR 1,03, 95% KI 1,00-1,06; p=0,035) und mit Arthritis (OR 3,03, 95% KI 1,55–5,94; p=0,001). Eine Kombinationstherapie war mit jüngerem Alter, höherer Dyspnoe-Klasse und Arthritis assoziiert.
Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Weiterentwicklung in der klinischen Praxis. Die dennoch fortschreitende Krankheitsprogression der ILD unterstreicht jedoch den Bedarf an effektiveren Therapieansätzen.
Quelle: Arthritis Rheumatol 2026; doi: 10.1002/art.70043
