ENTZÜNDLICHE ARTHRITIDEN

ICI-Arthritis: Keine negativer Einfluss oraler Glukokortikoide

Glukokortikoide (GK) sind die Therapie der ersten Wahl bei durch Immun-Checkpoint-Inhibitoren ausgelöster entzündlicher Arthritis (ICI-IA). Allerdings besteht die Befürchtung, dass GK das progressionsfreie Überleben (PFS) bei Krebs durch eine verminderte antitumorale Wirksamkeit der ICI negativ beeinflussen könnten. US-amerikanische Experten um Deanna P. Jannat-Khah, New York, untersuchten daher die Assoziation zwischen GK und PFS in der prospektiven RADIOS-Registerstudie.

Mit Kaplan-Meier-Kurven und multivariablen Cox-Regressionsmodelle (zeitabhängig und als Landmark-Analyse) wurden die GK-Dosierungen und deren Assoziation mit dem PFS untersucht. Vor der GK-Therapie progrediente Teilnehmer wurden von der Landmark-Analyse exkludiert.

Die Analyse umfasste 269 Teilnehmer mit ICI-IA (im Mittel 64,8 Jahre, 48,3 % Frauen), 32 % hatten ein Melanom und die meisten befanden sich im Stadium IV (56,4 %). Im ersten Monat der Behandlung lag die mediane GK-Dosis (Prednison-Äquivalent) bei 13 mg täglich, 7,8 % der Patienten erhielten (zusätzlich) ein DMARD. Bei 67 Teilnehmern (24,9 %) kam es im Verlauf zu einem Fortschreiten des Tumors. In einem zeitabhängigen Cox-Modell waren GK nicht mit dem PFS assoziiert (adjustiertes Hazard Ratio, aHR 2,64; 95% KI 0,36-19,61). Auch GK-Dosen über dem Median verglichen mit unter dem Median im ersten Monat der ICI-IA-Therapie waren in adjustierten Cox-Modellen nicht mit einem schlechteren PFS verbunden (aHR 1,15; 95% KI 0,59-2,25). In dieser prospektiven ICI-IA-Kohorte hatten somit zumindest niedrige, initial eingesetzte Glukokortikoid-Dosen keinen negativen Einfluss auf das progressionsfreie Krebsüberleben.

Quelle: Ann Rheum Dis 2026; doi: 10.1016/j.ard.2026.02.017