In die landesweite, als Target Trial Emulation angelegte Studie wurden im Zeitraum von 2010 bis 2021 insgesamt 23.283 SLE-Patienten >10 Jahre eingeschlossen, die eine HCQ-Therapie begannen und zu Beginn keine weiteren systemischen Autoimmunerkrankungen oder relevante Vorerkrankungen aufwiesen. Die Patienten wurden anhand der Dosierung ihrer ersten HCQ-Verschreibung in zwei Gruppen eingeteilt: hochdosiertes HCQ ≥400 mg/Tag (3,77 %) und niedrigdosiertes HCQ <400 mg/Tag (96,22 %) (im Mittel 39 bzw. 43,7 Jahre, 60 kg, >80 % Frauen). Wichtige Endpunkte waren koronare Herzkrankheit (KHK), ischämischer Schlaganfall, venöse Thromboembolie (VTE), terminale Niereninsuffizienz, Malignome und HCQ-Retinopathie.
Nach inverser Wahrscheinlichkeitsgewichtung war die höhere HCQ-Dosis mit einem geringeren Risiko für KHK (Hazard Ratio, HR 0,86; 95% KI 0,80–0,93) und VTE (HR 0,40; 95% KI 0,33–0,49) assoziiert. Es fanden sich keine dosis-abhängigen Unterschiede im Risiko für ischämischen Schlaganfall, terminale Niereninsuffizienz, Malignome und HCQ-Retinopathie während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 6 Jahren, mit Ausnahme der HCQ-Retinopathie bei SLE-Patienten >45 Jahre (HR 1,87; 95% KI 1,45–2,42).
Bei SLE-Patienten verbessert eine höhere HCQ-Dosis die Wirksamkeit bei gleichzeitig reduziertem Risiko für KHK und VTE. Bei den Teilnehmern <45 Jahre zeigte sich kein dosisabhängiger Unterschied im Risiko einer HCQ-Retinopathie, darüber aber schon. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, Nutzen und Risiken einer optimalen HCQ-Dosierung sorgfältig abzuwägen.
Quelle: Arthritis Rheumatol 2026; doi: 10.1002/art.70022
