RHEUMATOIDE ARTHRITIS

Hautkrebsrisiko unter JAK-Inhibitoren und Biologika im Vergleich

Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) haben ein erhöhtes Risiko für primäre und sekundäre Keratinozytenkarzinome (=nicht-melanozytärer Hautkrebs, NMSC), also allem Basalzell- und Plattenepithelkarzinome, das zusätzlich durch eine Therapie mit Biologika und Januskinase (JAK)-Inhibitoren beeinflusst werden kann. Schwedische Experten der ARTIS-Gruppe um Viking Huss, Stockholm, untersuchten dieses Risiko in einer landesweiten Kohortenstudie bei mit JAK- oder TNF-Inhibitoren (JAKi bzw. TNFi), oder nicht-TNFi bDMARDs einschließlich Abatacept behandelten RA-Patienten.

In die Analyse flossen zwischen den Jahren 2012 und 2023 Daten von 21.756 RA-Patienten aus dem schwedischen Rheumatologie-Qualitätsregister (SRQ) ein, das unter anderem mit dem Nationalen Krebsregister verknüpft ist. Angepasste Hazard Ratios (HR) wurden mittels Cox-Regression geschätzt, wobei TNFi als Referenz dienten. Basierend auf 155 neu auftretenden NMSC unter JAKi, 458 unter nicht-TNFi und 766 unter TNFi betrug die HR für JAKi vs. TNFi 1,39 (95% KI 1,16-1,68), entsprechend einem zusätzlichem Fall pro 244 Patienten pro Jahr. Für nicht-TNFi vs. TNFi lag die HR bei 0,96 (95% KI 0,86-1,08). Nach Subtypen lag die HR für JAKi vs. TNFi bei 1,41 (95% KI 1,13-1,75) für Basalzellkarzinome und 1,49 (95% KI 1,09-2,05) für Plattenepithelkarzinome (SCC). Für Abatacept vs. Etanercept lag die HR für SCC bei 1,48 (95% KI 1,11-1,97). Die HR für ein zweites primäres NMSC betrug 1,31 (95% KI 0,94-1,82) für JAKi und 0,94 (95% KI 0,75-1,17) für nicht-TNFi bDMARDs vs. TNFi.

Fazit: Patienten, die mit JAKi behandelt werden, haben (wie bereits in ORAL Surveillance für Tofacitinib berichtet) ein erhöhtes Risiko für NMSC im Vergleich zu Patienten, die mit TNFi behandelt werden. Obwohl die Klasse der nicht-TNFi bDMARDs nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden ist, wurde im Einklang mit früheren Daten ein substanzspezifisches Signal für ein erhöhtes Risiko für SCC unter Abatacept festgestellt. Vor allem bei RA-Patienten mit NMSC in der Vorgeschichte empfiehlt sich vor Beginn einer b/tsDMARD-Therapie ein regelmäßiges Hautkrebs-Screening.

Quelle: Ann Rheum Dis 2026; doi: 10.1016/j.ard.2026.02.015