POLYMYALGIA RHEUMATICA

Gute Daten zur Steroideinsparung mit Methotrexat

In der deutschen PMR-Leitlinie wird zugunsten der Interleukin-6-Rezeptorinhibition Methotrexat (MTX) nur noch als Alternative und nicht mehr Mittel der ersten Wahl zur Glukokortikoid (GK)-Einsparung bei Patienten mit Rezidiven oder verlängertem GK-Gebrauch empfohlen. Frühere randomisierte, kontrollierte Studien (RCTs) lieferten widersprüchliche Ergebnisse und nutzten nur niedrige MTX-Dosen (7,5–10 mg/Woche). Erstmals auf dem EULAR-Kongress 2025 vorgestellt, publizierten jetzt niederländische Rheumatologen um Aatke van der Maas, Nijmegen, die Ergebnisse einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit MTX 25 mg/Woche bei neu diagnostizierter PMR.

In der 52-wöchigen Studie wurden 64 Patienten mit neu diagnostizierter PMR gemäß den ACR/EULAR-Klassifikationskriterien aus 2012 und einem GK-Gebrauch für <8 Wochen im Verhältnis 1:1 auf MTX 25 mg/Woche oder Placebo im Verbund mit einem 24-wöchigen GK-Tapering randomisiert. Primärer Endpunkt war eine GK-freie Remission zu Woche 52, definiert als ein PMR-Aktivitätsscore (AS) <10 und keine GK-Einnahme, stratifiziert nach Geschlecht und Entzündungsmarkern.

Im Ergebnis erreichten 80 vs. 46 % der letztlich 58 analysierten Patienten den primären Endpunkt einer GK-freien Remission in Woche 52 (Risikodifferenz 34 %; p=0,0042). Überdies zeigte sich im Hinblick auf sekundäre Outcomes eine signifikant niedrigere Rate an Rezidiven (Inzidenzraten-Verhältnis, IRR 0,62; p=0,046) sowie eine kürzere Zeit bis zur GK-freien Remission (28 vs. 39 Wochen; p=0,013). In anderen sekundären Endpunkten und in Bezug auf unerwünschte Ereignisse fanden sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Die kleine, aber qualitativ hochwertige RCT zeigte somit einen klaren Nutzen von hoch dosiertem MTX für das Erreichen einer steroidfreien Remission bei Patienten mit de novo PMR. Für selektierte Patienten könnte MTX somit hilfreich sein, weitere Daten hierzu, so etwa zum Timing der MTX-Initiierung, wären aber wünschenswert.

Quelle: Ann Rheum Dis 2025; doi: 10.1016/j.ard.2025.11.025