Anhand von Daten aus dem Rheumatology Informatics System for Effectiveness (RISE)-Registry (2003–2025) wurde das Absetzen von Medikamenten nach Geschlecht bei 7.200 neuen Nutzern (im Mittel 52,7 Jahre, 58,3 % Frauen) von TNFi (n=6.256), IL-17i (n=693) und JAKi (n=251) bewertet. Cox-Regressionsmodelle wurden eingesetzt, um Assoziationen zwischen Geschlecht und Therapieabbruch unter Berücksichtigung von soziodemografischen und klinischen Faktoren zu analysieren. Außerdem wurde das Fortführen der Medikamenteneinnahme nach Geschlecht und Altersgruppe (18–64 vs. >65 Jahre) mittels Kaplan-Meier-Kurven evaluiert und Wechselwirkungen zwischen Geschlecht und Alter, ethnischer Zugehörigkeit sowie Area Deprivation Index (ADI) überprüft.
Bei TNFi-Anwendern hatten Frauen ein um 24 % höheres Risiko für einen Therapieabbruch im Vergleich zu Männern (Hazard Ratio, HR 1,24; 95% KI 1,16–1,32). Bei IL-17i-Anwendern war das Risiko für Frauen um 25 % erhöht (HR 1,25; 95% KI 1,01–1,54). Hingegen wurden bei JAKi-Anwendern keine signifikanten Geschlechtsunterschiede festgestellt. Unter den TNFi-Anwendern hatten Frauen <65 Jahre die geringste Wahrscheinlichkeit, die Therapie fortzuführen. Es gab keine statistisch signifikanten Wechselwirkungen zwischen Geschlecht und Alter, Ethnizität oder ADI.
In einem großen US-Register setzten Frauen mit axSpA häufiger als Männer TNFi und IL-17i ab. Größere Studien mit längerer Nachbeobachtungszeit sind erforderlich, um das Fehlen von Geschlechtsunterschieden beim Absetzen von JAKi zu bestätigen, da diese Gruppe bislang zu klein ist, um dies mit ausreichender Sicherheit zu konstatieren.
Quelle: Arthritis Care Res 2025; doi: 10.1002/acr.70001
