In die auf US-amerikanischen Abrechnungsdaten (2007 bis 2022) basierende Analyse gingen Schwangere mit oder ohne Vaskulitis ein, die zum Zeitpunkt der Entbindung 15-44 Jahre alt waren. Insgesamt wurden bei 568 Patientinnen mit Vaskulitiden 729 Schwangerschaften identifiziert (bei 8,4, 23,5 bzw. 33,9 % waren die großen, mittelgroßen oder kleinen Gefäße betroffen, in 37,6 % der Fälle handelte es sich um Gefäße variabler Größe). Als Kontrolle dienten 8.243 Schwangerschaften bei 5.680 Frauen ohne Vaskulitis. Bei Schwangeren mit Vaskulitis wurden in 65,2 % keine Immunsuppressiva eingesetzt, b- und csDMARDs kamen nur selten zum Einsatz (10,2 und 14,4 %).
Bei 21,8 % der Vaskulitis-Schwangerschaften wurde ≥1 DMARD verschrieben, bei 6,7 % waren es ≥2 DMARDs und bei 9,3 % wurden Glukokortikoide (GK) mit ≥1 DMARD kombiniert. Mit 63,9 % am häufigsten wurden ein DMARD, GK oder eine Kombination bei Schwangeren mit Großgefäßvaskulitis eingesetzt. Über alle Vaskulitiden hinweg waren Azathioprin und Hydroxychloroquin die am häufigsten eingesetzten csDMARDs, bei den bDMARDs waren es TNF-Inhibitoren (8,8 %).
13,1 vs. 8,2 % der Frauen mit bzw. ohne Vaskulitiden erlitten eine Frühgeburt (vor der vollendeten 37. SSW). In einem minimal adjustierten Modell betrug die adjustierte Risik Ratio (RR) 1,76 (95% KI 1,33-2,33), bei Propensity-Scoring lag die RR bei 1,52 (95% KI 1,13-2,03). Auch Präeklampsie oder Eklampsie traten bei Schwangeren mit Vaskulitiden häufiger auf (13,5 vs. 6,7 %; RR 1,91 [95% KI 1,45-2,52] bzw. 1,51 [95% KI 1,11-2,07]. Sowohl im Hinblick auf Frühgeburten als auch Präeklampsie oder Eklampsie war das Risiko bei Frauen mit Kleingefäßvaskulitis am höchsten (diese hatten aber auch die meisten Komorbiditäten).
Letztlich bleibt der Einfluss von Krankheitsaktivität, Komorbiditäten oder Therapie unklar, hier ist auf weitere Studien zu hoffen.
Quelle: Lancet Rheumatol 2026; 8(2): e88-e97
