Während die Umstellung von bDMARDs auf tsDMARDs viel praktiziert wird, fehlte es zuvor noch an Daten zum umgekehrten Vorgehen. In SELECT-COMPARE waren Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf MTX auf Upadacitinib 1x 15 mg/Tag (n=651), Placebo (n=651) oder s.c. Adalimumab 40 mg alle 2 Wochen (n=327) randomisiert worden. Im Rahmen eines Treat-to-target-Studiendesigns erfolgte ohne vorheriges Wash-out eine verblindete Rescue-Therapie bei einer Verbesserung im SJC und TJC ≤20 % nach 14, 18 oder 22 Wochen (Non-Responder) oder in Woche 26 im Falle eines Clinical Disease Activity Index (CDAI) >10 (Incomplete-Responder). Insgesamt 39 % (252/651) und 49 % (159/327) der initial auf Upadacitinib respektive Adalimumab randomisierten Patienten wechselten („Rescue“) auf die jeweils andere Therapie (19 vs. 24 % vor und 19 vs. 25 % in Woche 26) – recht gut die Hauptergebnisse der SELECT-COMPARE-Studie mit fast durchweg höheren Ansprech- bzw. Remissionsraten unter Upadacitinib in Woche 12 und 26 widerspiegelnd.
In beiden Switch-Gruppen (von Adalimumab auf Upadacitinib und vice versa), und zwar sowohl in Non-Respondern als auch inkompletten Respondern, wurden Verbesserungen der Krankheitsaktivität 3 und 6 Monate nach dem Rescue dokumentiert. Eine niedrige Krankheitsaktivität (LDA) im CDAI ≤10 erreichten 6 Monate nach erfolgtem Rescue 36 vs. 47 % der Non-Responder bzw. 45 vs. 58 % der inkompletten Responder, die zu den jeweiligen Zeitpunkten auf Adalimumab respektive Upadacitinib wechselten. Eine CDAI-Remission ≤2,8 nach 6 Monaten erreichten 5 vs. 14 % bzw. 5 vs. 16 %, eine DAS28-Remission 19 vs. 31 % bzw. 23 vs. 36 %. Ein fast identisches Bild ergibt sich für das Ansprechen gemäß ACR20 (59 vs. 75 % bzw. 77 vs. 87 %), ACR50 (26 vs. 49 % bzw. 47 vs. 63 %) und ACR70 (12 vs. 24 % bzw. 19 vs. 39 %). Der Switch war also in beide Richtungen erfolgreich und ohne vorherigem Wash-out möglich, mit allerdings höheren Ansprechraten beim Wechsel auf den JAK-1-Inhibitor.
Quelle: Ann Rheum Dis 2020; doi: 10.1136/annrheumdis-2020-218412
