Deutschlandweit wurden von Februar bis Juni 2024 insgesamt 102 Teilnehmer (im Mittel 47 Jahre, 90 % Frauen) mit rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis oder systemischem Lupus erythematodes rekrutiert, die unter psychischer Belastung und verminderter Lebensqualität litten. Diese wurden 1:1 auf eine selbstgesteuerte digitale psychologische Intervention, d. h. einer online durchgeführten kognitiven Verhaltenstherapie namens Vila RaVie, bei der die Teilnehmer in einem „simulierten Dialog“ durch acht Module mit 80 Schritten (5-15 Minuten pro Schritt) geführt werden (n=52), oder auf eine Standardtherapie (n=50) randomisiert. Primäre Endpunkte waren die Veränderung der psychischen Belastung (Hospital Anxiety and Depression Scale, HADS-D) und Lebensqualität (Assessment of Quality of Life – 8 Dimensionen, AQoL-8D) von Baseline bis zum 3-Monats-Follow-up. Zu den sekundären Endpunkten zählten Veränderungen bei Selbstwirksamkeit, Gesundheitskompetenz, wahrgenommenem Stress, funktioneller Beeinträchtigung, Depression und Angst.
Die Interventionsgruppe zeigte nach drei Monaten eine signifikant stärkere Reduktion der psychischen Belastung (LSM Differenz -3,60, 95% KI -5,73 bis -1,47; p<0,001) und eine größere Verbesserung der Lebensqualität (LSM Differenz 0,04, 95% KI 0,00–0,09; p=0,047). In der Interventionsgruppe erfuhren signifikant mehr Teilnehmer eine klinisch relevante Verbesserung der psychischen Belastung (59,2 vs. 34,0 %; p=0,02) und der Lebensqualität (55,1 vs. 32,0 %; p=0,03) im Vergleich zur Kontrollgruppe. Bei den sekundären Endpunkten zeigten sich ähnliche Verbesserungen mit Ausnahme der funktionellen Beeinträchtigung. Es wurden keine unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit der Intervention berichtet. Diese randomisierte, klinische Pilotstudie bestätigt somit die Wirksamkeit und Sicherheit einer digitalen psychologischen Intervention bei ERE-Patienten, die bisherige Defizite in der Versorgung abfedern könnte – Langzeitdaten bleiben abzuwarten.
Quelle: JAMA Netw Open 2025; 8(9): e2529892
